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1 . Februar 2002
Feuilleton, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.02.2002, Nr. 27, S. 46: "Literatur"

Wally läßt das Zweifeln sein
Eine neue Gutzkow-Edition im Internet, auf CD-ROM und als Buch

Von Alexander Kosenina.

Arno Schmidt oder Rolf Vollmann sind die Staranwälte des literarisch Entlegenen. Selbst Karl Gutzkow, ein ziemlich weit abgeschlagener Ritter vom Geiste, erwachte durch ihren Geheimtip zu neuem Leben. Und es gibt Verlage, die für ein paar tausend derart warm empfohlener und noch dazu kommentierter Seiten jederzeit offen stehen. Schließlich kennt man die Buchlust der Gemeinde. Der Vorwurf, Gutzkow sei etwas für lesende Masochisten (F.A.Z. vom 13. März 1999), kann sie keineswegs schrecken - im Gegenteil: Am liebsten hätte man alle Helden aus Schmidts "Nachtprogrammen" komplett im Bücherschrank, also auch den ganzen Gutzkow.

Solche Wünsche, die auch Freunde von Gutzkows Protegé Georg Büchner oder neue Pioniere des neunzehnten Jahrhunderts teilen mögen, beginnen sich zu erfüllen. Allerdings sucht man für dieses Riesenoeuvre neue Wege. Denn der ganze Gutzkow, den man so leichthin fordern mag, reicht noch über Goethe hinaus - jedenfalls nach Zahl geschriebener Seiten. Aufschluß über die Vielfalt dieses Werks bringt erst die akribische Bibliographie von Wolfgang Rasch, die für den Zeitraum von 1829 bis 1880 sechshundert Seiten Primär- und nochmals soviel Sekundärliteratur verzeichnet, den handschriftlichen Nachlaß noch gar nicht mitgerechnet (F.A.Z. vom 29. August 1998). Diese Grundlagenarbeit sowie erste Auswahlausgaben machen deutlich, daß man sich verschätzt, wenn man Gutzkow allein literarisch an seiner "Wally die Zweiflerin" mißt. Denn über den unterhaltsamen Vielschreiber hinaus war er ein höchst umtriebiger Journalist, Literaturkritiker, Zeitschriftenherausgeber und Reformator des Buchmarkts. Gerade auch als solche Integrationsfigur des Literaturbetriebs, der es gelang, sich allein von der Feder zu ernähren, ist er interessant - für Germanisten ebenso wie für Buchwissenschaftler, Historiker oder Soziologen. Gutzkows weitverzweigte Korrespondenz ist schon für sich genommen eine kulturgeschichtliche Quelle von Rang.

Die kaum überschaubare Quantität, die umstrittene literarische Qualität und der hohe Quellenwert für verschiedene Disziplinen bilden zusammen eine editorische Herausforderung, die nach neuen Lösungen verlangt. Vergleichbar reizvoll und komplex sind beispielsweise das aus über zwanzigtausend Korrespondenzstücken bestehende Aufklärungsnetzwerk Friedrich Nicolais, das gigantische briefliche Salongespräch im Umkreis der Sammlung Varnhagen oder das etwa zehntausend Seiten umfassende Tagebuch Harry Graf Kesslers (F.A.Z. vom 12. Mai 1999). In all diesen Fällen sind Zweifel berechtigt, ob man gedruckte Gesamtausgaben veranstalten kann und soll. Mit solchen Projekten befaßte Herausgeber diskutieren deshalb seit längerem über Vorzüge elektronischer Editionen. Gleichzeitig hat sich die Öffentlichkeit bereits an Hypertexte in Form von CD-ROM-Ausgaben gewöhnt, die neben allem Suchkomfort eine Fülle von beigegebenen Kommentaren, Bild- und Tondokumenten bieten. Entweder begleiten sie in Hybridausgaben den Druck oder sie kommen als selbständige Digitalversionen auf den Markt.

Im Falle Gutzkows erprobt man jetzt erstmals im großen Maßstab einen dritten Weg: Eine textkritische, kommentierte Edition "in progress", die in allen Produktionsstadien im Internet (www.gutzkow.de) zugänglich ist und nach Fertigstellung einzelner Einheiten auch in Buchform erscheint. Der Clou liegt dabei im Teamwork. Nicht nur die bislang zweiundzwanzig Bearbeiter in Deutschland, Großbritannien und Irland stehen durch das Medium in ständigem Informationsaustausch, sondern auch alle Benutzer der Ausgabe werden mit einbezogen. Knifflige Kommentarprobleme sollen so nicht länger mit Standardformeln wie "nicht ermittelt" abgetan werden. Man hofft sie zu lösen, indem sie öffentlich zur Diskussion gestellt werden. Statt auf die Gelegenheit zur beckmessernden Rezension zu warten, kann sich jeder aktiv an dem Unternehmen beteiligen, der mehr über ein Detail weiß oder einen Fehler entdeckt. Diese Idee ist faszinierend demokratisch und könnte im Falle ihrer Bewährung zu einem Erfolgsmodell gerade für schwer zugängliche, mehrsprachige und fachlich vielseitige Autoren werden. Der Nutzen für Meister der Intertextualität wie Arno Schmidt oder große Briefund Tagebucheditionen, die mit Tausenden von entlegenen Namen und Realien zu kämpfen haben, liegt auf der Hand.

Der Fall Gutzkow demonstriert jetzt solche Möglichkeiten im einzelnen. Angestrebt sind möglichst zuverlässige Texte nach den Erstausgaben, die gelegentlich um Handschriftenfaksimiles ergänzt werden. Die Variantenapparate sollen auch ohne Spezialstudium benutzbar sein. Die Kommentare verteilen sich nach dem bewährten Prinzip der "Bibliothek deutscher Klassiker" auf Überblicke und Stellenerläuterungen. Zusätzlich erschließt ein eigenes Lexikon zentrale Begriffe und Personen. Der Bildschirmaufbau ist überall gleichmäßig schlank und eindeutig gestaltet.

Daß leichte Benutzbarkeit hier stets höchstes Gebot ist, beweisen die schon vorliegenden Texte im Netz und auf einer CD-ROM. Letztere begleitet den Eröffnungsband, der außer Projektbeschreibungen auch Editionsproben einiger Texte enthält: zwei Buchhandelsessays, die Novelle "Die Sterbecassirer", Auszüge aus autobiographischen und Reiseschriften sowie aus den Jahrhundertporträts "Die Zeitgenossen". Die kommentierte Vorrede zu den Charakterstudien - eine Adresse an den fiktiven Staatsmann "Sir Ralph****" - gewährt einen guten Einblick in die Editionswerkstatt. Gutzkow gibt "Die Zeitgenossen" 1837 noch als übersetztes Werk des englischen Erfolgsautors Bulwer aus, rückt unter dem späteren Titel "Säkularbilder" von dieser Maskerade aber ab. Die Geschichte der Entstehung, der verschiedenen Drucke sowie der Rezeption werden in diesem verwickelten Fall sehr ausführlich dargestellt und dokumentiert. Der Globalkommentar informiert besonders über die mit dem englischen Gewand verbundenen politischen und habituellen Wunschvorstellungen und profiliert den Ansatz als frühe Soziologie oder moderne Moralistik. Die Erläuterungen zu einzelnen Textstellen sind ausführlich und gespickt mit zahlreichen Querverweisen. Insgesamt vermitteln diese Proben einen vorzüglichen Eindruck von der Ausgabe, die zudem zügig voranzukommen scheint.

Ob sie Nietzsches Verdikt vom "widrigen Stil-Monstrum" Gutzkow zu überwinden und ihn wieder ins öffentliche Bewußtsein zu bringen vermag, wird die Zukunft zeigen. Der Innovationsversuch innerhalb der Editionsphilologie ist aber bereits jetzt höchst bemerkenswert.

"Gutzkows Werke und Briefe". Kommentierte digitale Gesamtausgabe. Eröffnungsband mit CD-ROM. Hrsg. von Gert Vonhoff und Martina Lauster. Oktober Verlag, Münster 2001. 400 S., br., 20,- . Alle Rechte vorbehalten. (c) F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main "

 

20 . Februar 2002
Nordwest-Zeitung, 20.02.2002, Nr. 43, Online-Seite:

"Querkopf auf dem Weg ins 21. Jahrhundert.
Im Internet erscheint eine kommentierte Gesamtausgabe des Schriftstellers Karl Gutzkow

Von Florian Wolf

Exeter. "Wally, die Zweiflerin" sorgt im Jahr 1835 für einen handfesten Skandal. Die junge Wally und ihr Freund Cäsar ringen in dem Roman um sexuelle Freiheit, zweifeln am Christentum und wollen alle Konventionen über Bord werfen. Karl Gutzkow, 24-jähriger Autor des Buches, bekommt im reaktionären Klima des Vormärz Ärger mit der Obrigkeit und eine einmonatige Gefängnisstrafe.

Nach seiner Freilassung schreibt er weiter. Als Schriftsteller, scharfzüngiger Journalist, Literaturkritiker und Zeitschriftenherausgeber begleitet er das 19. Jahrhundert. Bei seinem Tod 1878 hinterlässt er der Welt ein unüberschaubares Riesenwerk. Vieles davon war lange kaum noch zugänglich - bis sich 1999 das "Editionsprojekt Karl Gutzkow" der Sache annahm. Nach und nach erscheint nun eine kommentierte Gesamtausgabe im Internet (www.gutzkow.de). Rund 20 Literaturwissenschaftler aus England, Irland, der Schweiz und Deutschland arbeiten gemeinsam an dem auf 15 Jahre angelegten Projekt.

Allein schon der Umfang von Gutzkows Werk erzwinge neue editorische Wege, sagt Professorin Dr. Martina Lauster von der Universität im englischen Exeter: "Kein Verlag würde das alles bringen." Zudem biete das neue Medium Vorteile. So solle der Kommentar der Ausgabe flexibel bleiben und im Internet permanent ergänzt werden. Wer bei der Erläuterung schwer verständlicher Passagen helfen kann, ist aufgefordert, sich per E-Mail zu melden.

Gedacht ist die Ausgabe nicht nur für Wissenschaftler, sondern auch für die "Gemeinde passionierter Leser", so Lauster. Wer doch lieber in einem Buch schmökert: Nach und nach erscheint eine gedruckte Ausgabe zahlreicher Texte, zusätzlich ausgestattet mit CD-ROM. Der Eröffnungsband (Oktober Verlag, Münster, 20 Euro) liegt vor."

 

26 . März 2002
Stuttgarter Zeitung, 26.03.2002, Kultur:

Die Ritter vom Geiste auf benutzerfreundlicher Oberfläche
Karl Gutzkow und sein 19. Jahrhundert, elektronisch erschlossen: die digitale Werkausgabe beschreitet neue Wege der Editionsphilologie

Von Nina Peters

Als die Digitale Bibliothek vor fünf Jahren im Berliner Verlag Direct Media begründet wurde, sprachen einige von einer editorischen Wende. Die CD-Rom, billig und gleichzeitig mit enormem Speicherraum ausgestattet, erinnere an die publizistische Revolution des rowohltschen Taschenbuchs von 1953, hieß es. Mittlerweile hat die Editionsphilologie das Internet erobert; seit 1999 erkundet das "Editionsprojekt Karl Gutzkow" als Vorreiter den Weg der digitalen Textaufbereitung und -vermittlung.

Die Kommentierte digitale Gesamtausgabe der Werke und Briefe Gutzkows ist der Höhepunkt einer regelrechten Gutzkow-Renaissance. Die Gutzkow-Ausgabe des Verlags Zweitausendeins ist längst vergriffen, wissenschaftliche Einzelstudien sind erschienen, nicht zuletzt gab Wolfgang Rasch eine akribische, 1200 Seiten starke Personalbibliografie heraus. Sie zeigte, dass der "ganze" Gutzkow, der nie als Klassiker seiner Epoche kanonisiert wurde, eine Goethe-Gesamtausgabe um Zentimeterlängen schlagen würde. Karl Gutzkow (1811-1878), Zeitgenosse Heines und auch Fontanes, Büchners Förderer, gehörte zu den prominentesten Autoren zwischen Julirevolution und Reichsgründung. Heute ist er am ehesten noch als Skandalautor der "Wally" bekannt. Der Stuttgarter Literaturpapst Wolfgang Menzel trug mit einem Verriss des Romans zum Verbot der "jungdeutschen" Schriften im Dezember 1835 bei.

Aber nicht an der "Wally", am Roman "Die Ritter vom Geiste" sollte man Gutzkows Wert bemessen. Victor Klemperer las die neun Bände für seine Dissertation mit Vergnügen. Seine Mutter hatte sie in jungen Jahren als modernste und eigentlich verbotene Lektüre verschlungen. Der Herausgeber der digitalen Edition, Gert Vonhoff, entgegnet der oft gestellten Frage, ob sich die Lektüre der Werke Gutzkows heute noch lohne, mit einer Gegenfrage: das hänge ganz davon ab, wie gut man das 19. Jahrhundert zu kennen wünsche. Rolf Vollmann, "Romanverführer" und Anwalt der literarisch Vergessenen, sah das ähnlich. Er habe das 19. Jahrhundert, wie es ihm bisher "im Kopf gesessen" habe, nach der Begegnung mit Gutzkow gar nicht mehr wiedererkannt.

Denn Gutzkow hatte ein breites publizistisches Profil. Er war Literatur- und Theaterkritiker, innovativer Zeitschriftenherausgeber, Schlüsselfigur des Literaturbetriebs, nicht zuletzt Chronist seiner Zeit. Die Erschließung seines Werks wird auch Historiker, Soziologen, Buch- und Kulturwissenschaftler interessieren. Die digitale Gutzkow-Edition demonstriert eine bemerkenswerte Demokratisierung der Wissenschaft. Andere Großeditionen könnten sich daran orientieren. Denn bei der im Fall Gutzkows aufwendigen Kommentierung, etwa der Bestimmung längst vergessener Namen und Realien, sind nicht nur die 22 Wissenschaftler des Projekts aus Großbritannien, Irland, Deutschland und der Schweiz gefordert. Auch die Benutzer sollen sich mit sachdienlichen Kommentaren einmischen. Im so genannten Diskussionsboard "Fragen und Probleme" erscheint im besten Fall ein triumphierendes "gelöst!" Dem Arbeitsprozess kann in dieser öffentlichen Editionswerksstatt (http://www.gutzkow.de) dabei jeder über die Schulter schauen.

Die Ausgabe im Netz ist durch ihren Work-in-progress-Charakter immer auf dem neuesten Stand. Mühelos navigiert der Benutzer derweil auf einer überschaubaren Oberfläche vom Primärtext zur Kommentarebene. Fußnoten erscheinen auf Mausklick, kein unerwünschtes Material lenkt ab. Die Werke sind nach Abteilungen, chronologisch und alphabetisch geordnet, verschiedene Wegweiser werden aufgestellt. Wer den Pfad ins digitale Archiv verfolgt, erhält mit Fotografien und Radierungen einen bildlichen Eindruck der Zeit und der Zeitgenossen. Das Gutzkow-Lexikon erläutert schließlich Begriffe und Personen des 19. Jahrhunderts.

Die Grenze des bequemen Arbeitens ist allerdings bei längeren Texten erreicht. Dem trägt das Editionsprojekt Karl Gutzkow Rechnung. Die Ausgabe mit Kommentaren, Textgeschichte und Rezeptionszeugnissen erscheint im Netz. Die Texte Gutzkows werden gleichzeitig nach und nach als Buch erscheinen, ausgestattet mit einer CD-Rom.

Gutzkows Werke und Briefe. Kommentierte digitale Gesamtausgabe. Eröffnungsband mit CD-Rom. Hrsg. von Gert Vonhoff und Martina Lauster. Oktober Verlag, Münster. 400 Seiten, 20 Euro. Im Internet ist die Edition unter http://www.gutzkow.de zu finden.

 

April 2002
literaturkritik.de:

"Gutzkow lesen"
Die kommentierte digitale Gesamtausgabe auf CD-Rom

Von Jan Süselbeck

Man mag sich "die Augen reiben", wie die Herausgeber Martina Lauster und Gert Vonhoff ihrem Band stolz voranschicken: Die an Umfang kaum zu überbietenden Werke des lange Zeit als "Vielschreiber" abgetanen Karl Gutzkow, zuletzt zum größten Teil selbst für Literaturwissenschaftler höchstens noch in Lesesälen zugänglich, werden endlich von Grund auf neu ediert. Überzeugend wird im nun vorliegenden Eröffnungsband dargelegt, was das besondere dieses Projektes ist. Es soll eine edition in progress werden, die gerade durch die Offenheit ihrer Arbeitsmaximen besticht und erwarten läßt, daß die Zeit endlich für Gutzkow zu arbeiten beginnt, wo sie doch bisher immer gegen ihn war: Gutzkow blieb (auch zu Lebzeiten) vollkommen unterschätzt und war fortan ein Opfer der an kulturpolitischen und nationalen Vorurteilen klebenden Literaturgeschichtsschreibung, die ihn rigoros aus dem Kanon verbannte. Tatsächlich leistete er aber Bahnbrechendes bei der Erschließung neuer Prosaformen innerhalb eines literarischen Realismus, der der explosiven Industrialisierung, den Debatten um die aufkommende soziale Frage, den Nationalismus und den europäischen Materialismus in der Mitte des 19. Jahrhunderts kaum noch gerecht werden konnte. "Die häufig gestellte Frage, ob es sich überhaupt lohne, Gutzkow zu lesen, läßt sich indes wohl am besten mit der Gegenfrage beantworten, wie genau man denn das 19. Jahrhundert zu kennen wünsche." (Vonhoff)

Drei exklusiv im vorliegenden Band zu lesende Aufsätze stellen das Vorhaben detailliert vor: Mit allen derzeit der Texterschließung zu Gebote stehenden Medien versucht das mittlerweile über einen festen internationalen Herausgeber- und Editorenstamm verfügende Projekt, das erstaunlicherweise bislang vollkommen ohne öffentliche Förderungsmittel ausgekommen ist, sämtliche Werke Gutzkows für einen möglichst breiten Leserkreis neu zu kommentieren. Im Internet besteht dazu für den fachkundigen Leser die Möglichkeit, seine Fragen oder Erkenntnisse in den wachsenden und ständig überarbeiteten Kommentarpool einzubringen, der so - neben einer schnellen und effizienten Verfügbarmachung der Texte im Netz, auf CD-Rom und in Form gebundener Bücher - immer umfangreicher und leistungsstärker werden wird. Da die Projektleiter in der Planung ihres Vorhabens begrüßenswerte Umsicht bewiesen haben, ist zu erwarten, dass die Entwicklungen im Bereich der Textverarbeitungssoftware der Erschließung der Werke Gutzkows zugute kommen werden. Anders als andere vergleichbare Vorhaben (wie z. B. die laufende digitale Edition der Werke Thomas Manns) vermeiden es nämlich die Herausgeber, aufwendige Vorarbeiten zu leisten, die womöglich durch die voranschreitenden Digitalisierungs- und Datenvernetzungsmethoden (z. B. für Suchfunktionen oder Textvergleiche verschiedener Ausgaben) bald obsolet werden könnten. Stattdessen präsentiert der vorliegende Band den beeindruckenden Stand der Arbeit, der durch die effiziente Konzentration auf das zunächst Wesentliche für sich spricht: Die schnellstmögliche Zugänglichmachung der historischen Erstausgaben und ihre akribische Kommentierung in progress. Für das innovative Projekt spricht zudem, dass es so viele neue Fragen wie möglich aufwerfen will, um sie mit der Zeit zu lösen, anstatt sie diplomatisch zu umschiffen, nur weil sie im Moment womöglich rätselhaft erscheinen. Gerade die Nutzung des digitalen Mediums wird es hier möglich machen, effektiv zu sammeln, anstatt - wie bisher notgedrungen bei vergleichbaren Projekten üblich - frühzeitig die Akten zu schließen. So ensteht etwa ein von Christine Haug und Ute Schneider (Mainz) vorgestelltes "Gutzkow-Lexikon", das zum grundlegenden Verständnis der Werke unerläßliche Informationen bündeln und den direkt textbezogenen Anmerkungsapparat entlasten soll; Wolfgang Rasch (Berlin) skizziert die Möglichkeit einer Gutzkow-Briefdatenbank im Netz. Neben der Präsentation des komplexen Projektes enthält der vorliegende Band verschiedene Arbeitsproben aus bereits bearbeiteten Werken Gutzkows, die ausgewiesene Wissenschaftler ediert und kommentiert haben. Die beiliegende (mit dem derzeitigen Inhalt der Internetseite identische, übersichtlich strukturierte) CD-Rom präsentiert u.a. Gutzkows Spätwerk "Die neuen Serapionsbrüder" (1877), herausgegeben vom kunsthistorisch und theaterwissenschaftlich ausgewiesenen Arno-Schmidt-Kenner Kurt Jauslin. Diese Edition wird voraussichtlich noch in diesem April in Buchform erscheinen. Bis zum Abschluss der Gesamtausgabe werden wohl aufgrund der Masse des Materials noch Jahrzehnte vergehen: Allein die Edition der ca. 8.000 erhaltenen Briefe Gutzkows bleibt ein "Projekt im Projekt" (Rasch). Aber schon jetzt lässt sich anhand des vorliegenden Eröffnungsbandes absehen, dass die wichtigsten Texte Gutzkows wieder mit Gewalt ins Bewusstsein nicht nur der Literaturwissenschaftler drängen: Man wird sie diskutieren und lesen, um endlich die "weißen Flecken auf der bewusstseins- und kulturgeschichtlichen Landkarte der Jahrzehnte von 1830 bis 1880 [...] zu beseitigen." (Vonhoff) Doch auch der reine Lesespaß kommt bei Gutzkow selten zu kurz, weswegen selbst Lesern, die ganz einfach noch eine intelligente Urlaubslektüre für die nächsten Ferien suchen, die folgenden Gutzkow-Werkausgaben im Oktober Verlag dringendst ans Herz gelegt werden müssen."

 

Mai 2002
Münsterische Zeitung, 3.05.2002, Kultur:

"Der gläserne Herausgeber"
Auftakt einer Gutzkow-Gesamtausgabe im Oktober Verlag
Von Georg Leisten

Nicht nur, weil die flotte Wally die Hüllen fallen ließ, scheuchte ihre Geschichte 1835 die biedermeierlichen Scham- und Sittenwächter auf. Mit seiner gesellschaftskritischen Verschränkung erotischer und religiöser Fragestellungen wurde der Kurzroman "Wally, die Zweiflerin" zum Kultbuch der Vormärz-Epoche, während Autor Karl Gutzkow (1811-1878) als "Pornograph und Gotteslästerer" sogar kurzzeitig ins Gefängnis wanderte. Jetzt wagt sich der münstersche Oktober Verlag daran, das weit verstreute Oeuvre des heute als spröde geltenden Vielschreibers in einer kommentierten Gesamtausgabe zu vereinen. Gert Vonhoff, ehemals Hochschulassistent in Münster und derzeit an der Universität Exeter tätig, hat sich gemeinsam mit einem internationalen Herausgeberteam aufgemacht, um Gutzkows schwer zugängliches, weil extrem anspielungsreiches Textuniversum zu vermessen und für heutige Leser genießbar zu machen. Ob Romane, Erzählungen, Essays, Briefe oder autobiographische Schriften - das Mammutprojekt dürfte noch viel Germanistenschweiß kosten. So will der nun vorliegende Eröffnungsband nicht mehr leisten, als mit den Prinzipien der Edition vertraut zu machen. Am Beispiel weniger kleiner Texte wie der düsteren Arme-Leute-Novelle "Die Sterbecassirer" wird das informative Nebeneinander von Gesamtkommentar und Einzelstellenerläuterung exemplarisch vorgeführt. Den interessierten Forscher beglückt die Gesamtausgabe nicht nur mit Hinweisen zur Entstehungs- und Wirkungsgeschichte, sondern reicht auch einen digitalen Nachschlag auf CD-ROM, so daß man die Schriften gezielt nach Suchwörtern durchfischen kann. Wer aber nicht auf die vielen, vielen Gutzkow-Bände bzw. -Scheiben, die da kommen sollen, warten möchte (Vonhoff bereitet uns schon mal auf eine Bearbeitungszeit von "Jahrzehnten" vor), dem bietet die besuchenswerte Homepage des Projekts (www.gutzkow.de) eine in der Fachwelt bislang wohl einzigartige Möglichkeit: Den einfachen Vorab-Zugriff auf die Texte und die im Entstehen befindlichen Kommentare. Also eine Art Big-Brother-Blick in den Editionscontainer.

 

6. März 2003
Die Zeit, 6.03.2003, Literatur, S. 52:

Stillleben mit Buch
Gutzkow verstehen!
Von Rolf Vollmann

Ein Jahrhundert (wenn solche Zäsuren überhaupt einen Sinn haben, wahrscheinlich haben sie keinen) ist wohl immer erst dann wirklich vorbei, wenn auch das Jahrhundert danach vorbei ist. Dann kann man versuchen zu begreifen, während man bis dahin nur damit beschäftigt war, Partei zu ergreifen. Sodass es also jetzt Zeit wäre, das 19. Jahrhundert etwas ruhiger zu betrachten und dem gerade verflossenen 20. alles Böse und Gute in die 100 Jahre langen Schuhe zu schieben, ganz so, wie es das 20. mit dem 19. tat.

Wenn etwa, für die Literatur, das letzte Jahrhundert alles getan hat, einen Mann wie Fontane für sich zu reklamieren (denn ebendieses Reklamieren oder Verwerfen ist die Art, die das Begreifen hat, wenn es um das Jahrhundert direkt vor dem eigenen geht) und mit derselben Bewegung einen wie Raabe in die Grenzen seines Jahrhunderts zu verweisen, dann müsste es jetzt allmählich möglich werden (auch Raabe kriegt ja fast schon seine Lesbarkeit zurück, das heißt, fast keiner liest mehr den Hungerpastor, aber manche schon die späten kleinen Romane), auch einen Autor wie Gutzkow zu verstehen.

Gutzkow (der schwer darunter litt, dass Fontane ihn dauernd abkanzelte – aber so haben Leute wie Fontane sich eben durchgesetzt) war ein sehr streitbarer Mann, ein Muster des parteinehmenden Begreifens, etwa wenn es um Goethe ging oder um Jean Paul, seine Lieblinge. Am Ende aber war er, wie Raabe, eigentlich so etwas wie ein Inbegriff all dessen, was für uns jetzt das Begreifenswerte, das Beste sein könnte an jenem Jahrhundert – Inbegriff auch darin, dass er, wie der etwas jüngere Raabe, selbst schon, in Reflexion oder einfach erzählend, sagen konnte, was es auf sich hatte mit seiner Zeit.

Fontane scheint ihm und Raabe die größere Modernität der Diktion voraus zu haben – Raabe und Gutzkow, wenn man nicht genau hinsieht, haben die Maske einer vergangenen Betulichkeit so gut auf ihren Gesichtern, dass man es schwer hat, ihre Augen zu erkennen, die schon ganz andere Dinge sehen, als ihre Münder noch sagen. Bei Gutzkow wird das besonders deutlich im letzten seiner Bücher, den Neuen Serapionsbrüdern, einem dieser herrlichen Alterswerke (Gutzkow war erst 65, aber er hatte sich wirklich zuschanden gearbeitet, ein Jahr später, 1878, starb er), brüchig, kaum stimmig in sich, eines dieser sonderbaren, von Autoren sonst lieber vermiedenen Bücher, die keiner Ästhetik mehr gehorchen und erst recht keine neue mehr entwickeln.

Das Buch, Ehe und Liebe, Kunst und Wissenschaft und Wirtschaft, alles durcheinander und (ohne groß Wind darum zu machen) voller bewundernswerter moralischer Haltlosigkeit, liest sich ganz harmlos, fast zu harmlos, auch wegen einer eigentümlichen Stillosigkeit (Plümicke zum Beispiel, Seite 300, soll einen Revolver in der linken Brusttasche tragen, die Blaumeißel greift dann hinein oder wenigstens ein, aber: „Wie groß war das Erstaunen, als der gute Hausfreund statt des sechsläufigen Revolvers eine faustdicke, weichgekochte Mohrrübe aus der Brust zog, die dem treuen Prinzipienreiter eine seinem Atelier benachbarte Restaurationswirtin, ihm unwissentlich, in Fleischbrühe abgekocht und sorgfältig eingewickelt hatte“); oder weil es eben einfach klingt wie Vergangenes, das uns nichts angeht: bis man irgendwann sich gefangen sieht und ohne zu wissen, wo; oder mitgerissen, aber ohne zu wissen, wohin; oder, während man noch zu ruhen meinte auf diesem Erzählsofa abgelebter Zeiten, aufgeweckt wird, aber nicht weiß, wodurch.

Es gab noch nie eine richtige Gutzkow-Ausgabe (es gibt auch keine anständige Biografie), jetzt hat sich eine internationale Arbeitsgruppe ans Werk gemacht und will eine kommentierte digitale Gesamtausgabe herausbringen, und wenigstens die Werke sollen auch gedruckt erscheinen: Und nun ist der erste Band da, eben mit den Neuen Serapionsbrüdern. Hinten drin liegt eine CD-ROM, die ungefähr enthält, was auch www.Gutzkow.de bringt: nämlich den Text des Romans, Archivmaterial, Bilder, biografische, bibliografische Daten, auch ein paar publizistische Arbeiten Gutzkows, diese auch kommentiert, der Kommentar zum Roman selbst ist leider noch nicht da. Aber was immer noch aussteht: Den Text des großartigen Romans gibt es wieder, auf dem Bildschirm und vor allem auf Papier, gesetzt, gedruckt, gebunden – es kann also losgehn mit dem Verstehen jenes Jahrhunderts und dieses Mannes.

 

Mai 2003
Konkret:

Buch des Monats
[Über "Die neuen Serapionsbrüder"]
Von Jan Süselbeck

"Wer läge heute noch auf dem Sopha und läse ruhig einen Roman (...)! Wo sind die Menschen stiller Versenkung und Absperrung gegen die immer, sagen wir es offen heraus, dümmer und dümmer werdende Außenwelt!", schreibt Karl Gutzkow im Vorwort zur zweiten Auflage seines späten Romans Die neuen Serapionsbrüder (1877). Der verblüffend aktuelle Text handelt vom deutschen "Turbokapitalismus" der Gründerzeit im Gefolge des deutsch-französischen Kriegs 1870/71. An den Börsen herrschte die nackte Gier, die Kirche intrigierte in bigotten politischen Zirkeln, und der Nationalismus grassierte. Gutzkow schildert den Niedergang des radikal-kapitalistischen Systems der Ära Bismarck, das in der Wirtschaftskrise 1873 implodierte und die Reste der aufklärerischen Ziele des deutschen Idealismus erledigte.

Zwei Jahre vor seinem Tod hatte sich der Autor noch einmal der Aufgabe zugewandt, einen panoramatischen Zeitroman zu schreiben, wie er das auf so grandiose Art mit den Romanen Die Ritter vom Geiste und Der Zauberer von Rom in den 1850er Jahren getan hatte, die Arno Schmidt erst gut hundert Jahre später wieder ins Gedächtnis einer ahnungslosen literarischen Öffentlichkeit hob. Nach 125 Jahren liegen Die neuen Serapionsbrüder nun in einer Ausgabe vor, die im Rahmen des verdienstvollen Keeler Gutzkow-Editionsprojekts (www.gutzkow.de) erschienen ist. Im Anhang des Buches findet sich ein instruktives Nachwort des Herausgebers Kurt Jauslin, während die beiliegende CD-ROM den Text und den Stand der gesamten Werkedition vorbildlich erschließt.

"Wol nicht oft mag ein Buch in so heiterer Laune geschrieben worden sein, als das nachfolgende", meint Gutzkow im bereits zitierten Vorwort über sein letztes großes Werk. Das wirkt wie eine bitter-ironische Volte auf den radikalen Pessimismus, der den Roman prägt. "Die resignative Stimmung, die in den Neuen Serapionsbrüdern vorherrscht, verdankt sich der Einsicht, mit den richtigen Überzeugungen auf verlorenem Posten zu stehen; und diese Einsicht ist die Folge der endlich erkannten realen Gesetzmäßigkeit: daß nämlich das einzige Kriterium der Wirtschaft das Wachstum der Gewinne ist und alles beseitigt werden muß, was die Gewinnmaximierung behindert", erläutert Jauslin in seinem Nachwort.

Gutzkow schrieb gegen den wachsenden Nationalismus, den preußischen Militarismus und den entfesselten Kapitalismus seiner Zeit an und vertrat dabei einen Liberalismus, der auf der Regulierung der Ökonomie durch den Staat beharrte. Seine wachsende Verbitterung über die Nutzlosigkeit dieses Bestrebens führte schließlich dazu, daß er das allgemeine Wahlrecht denunzierte und die Zensur für ein angemessenes Mittel der Volkserziehung hielt.

Diese wohlbegründete politische Resignation findet ihren Widerhall im Stimmengewirr des Romans. Zwar ist das von Gutzkow aufgerollte Panorama nicht mehr so monumental, wie noch in seinen Mehrtausendseitern der 1850er Jahre, doch seine Charakterisierung gewinnt an Schärfe, da mit dem immer lauter werdenden Antisemitismus der "Blut-und-Eisen"-Zeit nun auch Töne vernehmbar werden, die bereits auf die Katastrophe des kommenden Jahrhunderts vorausweisen.

Inmitten der kritischen historischen Verhältnisse richtet der Roman seinen Blick auf die Liebesverwicklungen zwischen Graf Udo, seiner Frau Ada, der Bürgerlichen Helene Althing und ihrem Bruder, dem aufstrebenden Juristen Ottomar: Graf Udo liebt die brave, blonde Helene; die brünette , feurige Ada liebt Ottomar. So weit, so üblich. Der dramatische gesellschaftliche Konflikt zwischen Adel und Bürgertum, der als literarischer Topos etwa in Gustav Freytags Soll und Haben (1855) noch zentral war, ist bei Gutzkow jedoch bereits in Auflösung begriffen. Daß der Adel seine gesellschaftliche Machtposition längst an das Bürgertum verlor, zeigt sich in den Serapionsbrüdern darin, daß Helene am Ende wie selbstverständlich einen humpelnden Seemann heiratet und Graf Udo doppelt leer ausgeht: Er verliert seine Ada an Ottomar, und seine große Liebe gibt ihm trotz seines Reichtums einen Korb.

Einen ähnlichen Bedeutungsverlust seiner gesellschaftlichen Position hat der protestantische Jesuit Merkus hinter sich, den Gutzkow in den Serapionsbrüdern sein intrigantes religiöses Possenspiel treiben läßt: War sein Pendant in den Rittern vom Geiste noch ein Ausbund des Bösen, so kann dem Leser Merkus, der Pfaffe, in seinem hektischen Bemühen, einer gottlosen Welt zu predigen, fast schon wieder leid tun.

Ausdruck des tiefen Gutzkowschen Pessimismus ist die von mehreren sympathietragenden Figuren des Romans vorgebrachte heftige Ablehnung des heraufkommenden "Socialismus", der als parvenühafte Anmaßung und Unverschämtheit einiger Faulenzer erscheint. Als Protagonist dieser vermeintlichen Verirrung eines offenbar alkoholisierten Pöbels tritt der ‚Gewerkschaftsgründer‘ Raimund Ehlert in Erscheinung: Er endet im Delirium Tremens. Die Dekadenzängste der Jahrhundertwende, die den Zerfall der Gesellschaft in allem Fremden und Unbekannten, also auch in den zwangsläufigen gesellschaftlichen Umwälzungen der Industrialisierung sich nähern sahen, sind in den Neuen Serapionsbrüdern bereits vorformuliert. Wenn der Großindustrielle Wolny gegenüber dem alkoholkranken Arbeiterführer Ehlert auftrumpft, "daß die sociale Frage ein reiner Schwindel der Faulheit, der Arbeitsscheu und einiger verrückten jüdischen Rabbinen, Marx und Heß, ist", so leuchtet darin schon die Gefahr auf, die Max Horkheimer und Theodor W. Adorno in der Dialektik der Aufklärung 1944 beschrieben: "Haben die ökonomischen Machthaber ihre Angst vor der Heranziehung faschistischer Sachwalter erst einmal überwunden, so stellt sich den Juden gegenüber die Harmonie der Volksgemeinschaft automatisch her."

Was die formalen Qualitäten seines Erzählens betrifft, ist Gutzkow – etwa in der Auflösung überkommener Erzählmodelle, die sich u.a. in der Zurücknahme der Bedeutung des auktorialen Erzählers manifestiert – zeitgenössischen Kollegen wie Theodor Fontane weit überlegen. Dies wird, wie Rolf Vollmann in seiner Besprechung des Romans in der "Zeit" richtig bemerkt hat, erst im Abstand eines Jahrhunderts wirklich erkennbar. Man lege sich also auf die Couch und nehme Gutzkow zur Hand. Der Leser, die Leserin entfernt sich mit ihm in das vorvorige Jahrhundert, um aus der historischen Distanz nur um so schärfer auf die Gegenwart zu blicken.

 

5. Oktober 2005
Frankfurter Rundschau, 5.10.2005:

Er sah das Zifferblatt Europas nicht in Deutschland
Karl Ferdinand Gutzkows Biographie über sein publizistisches Idol, den Frankfurter Kritiker Ludwig Börne, in neuer Edition
Von Jan Süselbeck

"Die stolze Posaune der Fama bekömmt in Frankfurt so viel Beulen, daß sie einen so kläglichen Ton wie eine Nürnberger Kindertrompete von sich giebt", spottet Karl Gutzkow in seiner 1840 erschienenen Biographie Ludwig Börnes. Ein aussagekräftiges historisches Dokument, dass als fünfter Band der kommentierten Gesamtausgabe der Werke und Briefe Gutzkows samt CD-Rom im Oktober Verlag erschienen ist.

Gutzkow beschreibt Frankfurt am Main als locus classicus des Börne'schen Lebens. Hier musste Börne seine publizistische Arbeit erstmals unter repressiven politischen Bedingungen erproben: Zu seiner Zeit war Frankfurt nicht nur die Metropole des liberalen Deutschland, der Ort des Paulskirchenparlaments und der vielen Verlage. Vor allem war es (wieder) ein Zentrum schikanösester Zensur und eine in mittelalterlichen Formen der Diskriminierung verharrende Hochburg des Antisemitismus, wie die Mitherausgeberin Martina Lauster in ihrem editorischen Nachwort zur Biographie betont. Handelte es sich doch damals um die einzige bedeutende deutsche Stadt, "die nach wie vor an einem Ausschluss der Juden aus nahezu allen Bereichen des gesellschaftlichen Umgangs festhielt".

Umso bemerkenswerter ist es zu lesen, wie der Zeitgenosse Gutzkow die Kindheit des 1786 als Löb Baruch in der Frankfurter "Judengasse" geborenen - und später wie sein großer Kontrahent Heinrich Heine zum Christentum konvertierten - Ludwig Börne schildert. Gutzkow, der selbst erst in dem Moment begann, seine eigene burschenschaftliche Prägung kritisch zu hinterfragen, als er verstört feststellen musste, dass der von ihm "schwelgerisch" gelesene und abgöttisch verehrte Börne Jude war, sieht sich hier zu der Einsicht genötigt: "So wie die Lage der Juden in Deutschland war und noch ist, muß es ein unseliges Gefühl seyn, unter ihnen geboren zu werden".

Börnes Werke sollten jedoch schließlich trotz der Steine, die ihm zuerst in Frankfurt in den Weg gelegt wurden, in Europa einen weit größeren Wirkungsradius erreichen als der quäkende Klang eines Spielzeuginstruments. Gutzkows mit nur etwas über 200 Seiten im Vergleich zu seinen späteren Mammutromanen knapp gehaltenes Buch ist ein kleiner "Gedächtnißtempel", wie er selbst schreibt: "Von früh an hab' ich die Neigung gehabt, mich in fremde Individualitäten hineinzuleben, mich in die Denk- und Fühlweise Anderer hineinzuleben, Adern und Geflechte in fremden Seelen tief zu verfolgen und die Menschen von innen heraus zu beurtheilen. Was mich in der Poesie zum Dramatiker, mußte mich in der Prosa zum Biographen machen". Und nicht nur das: "Außer autobiographischen Schriften ist es seine einzige Biographie und auch ein Selbstporträt", wie Lauster feststellt.

Börne musste allerdings noch deutlicher als sein Biograph erfahren, wie viele der liberalen Errungenschaften der napoleonischen Besatzungszeit nach den "Befreiungskriegen" bald wieder rückgängig gemacht wurden. Auch Gutzkow kritisiert diese Folgen des jungdeutschen Nationalismus und wird nicht müde, Börne für seine während der französichen Julirevolution von 1830 geschriebenen und 1831 erstmals erschienenen Briefe aus Paris zu preisen.

Ein gerade in seinen politischen Widersprüchen äußerst lebendiges (journalistisches) Zeitbild entstand auch hier, "ein Daguerrotyp dreier fiebernder Jahre", wie Gutzkow es nennt. Auf den Punkt gebracht ist Börnes Perspektive bereits in seinem Brief vom 10. Februar 1822, in dem er während seines ersten Aufenthalts in Paris feststellt: "Frankreich ist das Zifferblatt Europa's; hier sieht man, welche Zeit es ist, in anderen Ländern muß man erst die Uhr schlagen hören, um die Stunde zu erfahren". Börne figuriert für Gutzkow auch gerade da als Vorbild, wo er die Rückständigkeit Deutschlands mit leichter Hand - und gleichzeitig gnadenlos - verspottete. Hannover etwa, "schreibt er (Ende der 1820er Jahre, Anm. d. Red.) an seinen Verleger, ist ein Ort, wo man nur die Wahl hat, zu arbeiten oder an Langeweile zu sterben."

Der Biograph rezipiert sein publizistisches Idol, das er übrigens niemals persönlich kennengelernt hatte, als unbeirrbaren Vorkämpfer der Menschenrechte. Eine Priorität, die zu Börnes rhetorischer Frage führte, ob der Staat der Zweck sei oder "der Mensch in ihm?" Damit war das Urteil über den neuen deutschen Nationalismus seiner Zeit, den "Enthusiasmus der Franzosenfresser", gesprochen: "Börne hielt es für unpolitisch, Haß gegen ein Volk zu predigen, von dem wir, wenn nicht wirklich lernen, doch uns, unsern heimischen Verhältnissen gegenüber, die Miene geben sollten, etwas zu lernen", paraphrasiert ihn Gutzkow zustimmend.

Diese Hoffnungen mussten freilich enttäuscht werden. Der Autor streicht heraus, dass die Resignation über das Scheitern politischer Ziele zum unübersehbaren Ferment des Börne'schen Stils wurde: "Selbst die Satyre verrieth, daß sie hier nicht aus dem Uebermuthe der richtigeren Einsicht, sondern aus dem Schmerze über die Verblendung und den Irrthum der Menschen geboren wurde". Die Biographie macht damit nicht nur Lust, den politischen Freidenker und gefürchteten Frankfurter Theaterkritiker Börne selbst zu lesen, sondern darüber hinaus mehr von Gutzkow, und - last but not least - dem Ironiker Heinrich Heine.

Heines unmittelbar vor Gutzkows Buch erschienene Denkschrift mit dem etwas missverständlichen Titel Heinrich Heine über Ludwig Börne brachte den Biographen nämlich in einer Weise in Rage, die allein schon den Kauf der Edition lohnt. Gutzkow beschuldigte Heine in einer noch kurz vor Drucklegung seines Buchs verfassten Vorrede, "einen häßlichen gelben Nebel zu verbreiten". Aufgrund der alten Konflikte Heines mit dem 1837 verstorbenen Börne sei es die Absicht des Konkurrenten, "die in Deutschland herrschende versöhnende Stimmung über den edlen Todten wieder zu zerstreuen, meiner Biographie desselben im Voraus jeden Glauben zu nehmen" und "wieder auf's Neue eine Gestank von Persönlichkeiten zu verbreiten, der jede Beschäftigung mit widerlich machen muß".

Wie Lauster darlegt, tat Gutzkow seinem Kollegen mit seiner seitenlangen Polemik aus verschiedenen Gründen Unrecht. Seine deftigen Tiraden legen jedoch ein lesenswertes Zeugnis jener streitbaren Literaturkritik ab, wie sie seit den 1830er Jahren im Vormärz üblich geworden war: Man teilte kräftig ad hominem aus und scherte sich kaum noch um die Grenzen des öffentlich Schicklichen. Dahinter verbarg sich keineswegs nur die geschmacklose Herabsetzung der Gegner. Vielmehr steckte schlicht die Überzeugung dahinter, dass es die Individualität der Menschen sei, die das gesellschaftliche Leben bestimme: "Es war ein Charakter!", schreibt Gutzkow über Börne: "Unsre Zeit, so schwach! und doch war Einer stark gewesen". In der Tat - "‚was bleibt' stiften erfreulicherweise immer noch die Dichter !; nicht Politiker oder Generäle !", wie Arno Schmidt in seinem berühmten Funk-Essay über Gutzkow mehr als hundert Jahre später bekräftigte. Die verdienstvolle Edition der Börne-Biographie Gutzkows bestätigt dieses Diktum einmal mehr - und entpuppt sich noch dazu als unterhaltsame Lektüre.

 

Mai 2007
Germanistik, Bd. 48, Heft 3-4, 2007:

[Besprechung der Ausgabe]
Von Bernhard Spies

Alle Bände [...] halten das hohe editorische Niveau der bisher in der Gesamtausgabe vorl. Bde. [...]. Analoges gilt für die Kommentierung. Insgesamt hat das innovative Konzept der Edition, die Kombination von ediertem Text, der im Druck wie auch digital verfügbar ist, und dessen Ergänzung durch weitere Texte, Dokumente und Kommentare im Internet, sich weiter bewährt. Man kann der Edition nur viele engagierte Mitarbeiter an der philologischen Arbeit wie an der Kommentierung im Internet wünschen.

 

3. Januar 2008
Die Zeit, Nr. 2, Literatur Kaleidoskop, 3.01.2008, S. 50:

Tempo: Rasend.

Karl Gutzkows Romane sind wieder da. Ein Leseabenteuer!
Rolf Vollmann

Der Leser, wenn er sich erst einmal einlässt auf ein solches sonst beinahe unerhörtes Abenteuer, wird mitgerissen von einem wie immer wilder und mitunter beinahe wütend werdenden Erzählen.

 

3/2008
Das Leipziger Stadtmagazin, 3/2008:

[Besprechung des "Zauberer von Rom"]
Kreuzer

... das Monsterding, wie Gutzkow sagt, "ein Gemälde der süddeutsch-europäisch-katholischen Welt", liest sich derart taufrisch und spannend, dass man sich entsetzt fragt, wie denn der alte Gutzkow so ins Vergessen geraten konnte. Also: verlegerische Großtat und Superschmöker. Was will man mehr!

 

16. März 2011
Tages-Anzeiger, Zürich, KULTUR_GES; NaN, 16.03.2011, S. 29:

Der Mann hinter der skandalösen "Wally"
Von Rudolf Walther

Vor 200 Jahren wurde Karl Gutzkow geboren. Eine innovative Edition erinnert an den weitgehend vergessenen Dichter.

Heute erinnern sich allenfalls Opernliebhaber noch an Karl Gutzkow (1811 bis 1878) - dank Alfredo Catalanis letzter, bester und erfolgreichster Oper «La Wally» (1892). Die Oper hält sich nach wie vor im Repertoire, und die Abschiedsarie der Wally «Ebben, ne andrò» hat es sogar zum Wunschkonzert-Evergreen gebracht. Das Libretto dazu stammt zwar von der Trivialschriftstellerin Wilhelmine von Hillern, aber die Vorlage dazu lieferte Gutzkows Skandalroman «Wally, die Zweiflerin» (1835). Dieser Roman wurde wegen einer erotischen Szene und religionskritischer Passagen verboten und der Autor zu einem Monat Gefängnis verurteilt.

Gutzkow stammte aus bescheidenen Verhältnissen, sein Vater war Maurer. Aber er besuchte das Gymnasium und studierte danach in Berlin, Heidelberg und München. Bereits als Student publizierte er in den Zeitschriften des «Jungen Deutschland», das nach der Julirevolution von 1830 die kritische liberale Intelligenz versammelte. Später arbeitete Gutzkow für verschiedene Blätter: zunächst für Wolfgang Menzels «Literatur-Blatt», bis er sich mit dem Herausgeber aus politischen und ästhetischen Gründen überwarf.

Danach gründete Gutzkow die Zeitschrift «Phönix. Frühlings-Zeitung für Deutschland», in der Georg Büchners Drama «Dantons Tod» erstmals erschienen ist. Die «Deutsche Revue», in der Büchners «Lenz» erscheinen sollte, wurde verboten, weil die Erscheinung der ersten Nummer zusammenfiel mit der Veröffentlichung der ebenfalls verbotenen «Wally». Ab 1838 gab Gutzkow den «Telegraph für Deutschland» heraus, an dem auch Friedrich Engels mitarbeitete, der den «gutzkowschen Ätzekalk» in dessen Dramen ebenso lobte wie den «modernen Stil». 1840 erschien Gutzkows bahnbrechende Studie über Ludwig Börne.

Von 1846 bis zur Revolution von 1848 arbeitete Gutzkow als Dramaturg am Hoftheater in Dresden. Die Revolution spaltete die Dichter und Intellektuellen des Jungen Deutschland in Anpassungsbereite, Liberale und Linke. Gutzkow bekannte sich weiterhin zu einem bürgerlichen Liberalismus und wurde deshalb von den beiden anderen Gruppierungen bekämpft. Neben Dramen und Novellen schrieb der ausgesprochen produktive Autor auch Romane und Porträts von Zeitgenossen. Zwischen 1845 und 1852 erschienen bereits seine «Gesammelten Werke» in 13 Bänden.

Auf Papier und im Netz

Zu dieser Zeit begann Gutzkow erst mit der Veröffentlichung seiner monumentalen epischen Werke. Zwischen 1850 und 1868 erschienen «Die Ritter vom Geiste» (9 Bände), «Der Zauberer» (9Bände) und «Hohenschwangau» (5Bände). Zusammen mit Dramen und kleineren Schriften umfasste die Gesamtausgabe von 1871/72 bereits 20Bände. Gutzkows Werk bietet ein einmaliges Panorama zum Verständnis des 19. Jahrhunderts.

Nach einem internationalen Symposion über «Karl Gutzkow: Liberalismus - Europäertum - Modernität» bildete sich eine Wissenschaftlergruppe mit dem Ziel, das Werk Gutzkows der Vergessenheit zu entreissen. In Zusammenarbeit mit dem Oktober-Verlag in Münster entsteht nun eine kommentierte Ausgabe - denn ohne Kommentare sind die Werke Gutzkows für die meisten Leser nicht mehr zugänglich.

Ein solches Unternehmen ist finanziell und technisch nur machbar dank der Möglichkeiten, die das Internet geschaffen hat. Die Textbände erscheinen als gebundene Bücher und im Netz, die umfangreichen Kommentare dagegen nur im Internet, wo sie in kollektiver Arbeit der Forscher nach und nach aufgebaut und laufend verbessert, also dem aktuellen Forschungsstand angepasst werden. Das ingeniöse Konzept einer «edition in progress» von Gert Vonhoff (Exeter) ermöglicht bezahlbare Bücher und erfüllt dennoch höchste wissenschaftliche Ansprüche. Insgesamt sollen 59 Bände erscheinen - in acht Abteilungen, von den erzählerischen Werken über Dramen, Schriften zur Politik und Literatur bis zu den Briefen.

Acht Bände, darunter die Börne-Biografie und der Monumentalroman «Der Zauberer von Rom» (2920 Seiten), sind bereits erschienen. Der Stellenkommentar im Netz ist zwar noch «unfertig», erweist sich aber bereits jetzt als hilfreich und notwendig. Im Kommentar zu «Die neuen Serapionsbrüder» etwa steht gleich auf der erste Seite eine Erklärung zum sonst unverständlichen Wort «Trottoirkrankheit». Gutzkow hasste Trottoirs und steigerte diese Abneigung zur Marotte: «Man stösst sich, man blickt sich verdächtig an, man ist Terrorist gegen die Damen» (Gutzkow).

 

2018
Germanistik, Bd. 59, Heft 3-4, 2018:

[Besprechung von Erzählerische Werke, Bd. 3, Novellen, hg. von Gert Vonhoff]
Von Bernhard Spies

[Der Band] erfasst die Novellen, die G. 1832/33 im Morgenblatt für gebildete Stände veröffentlichte und 1834 als Novellensammlung in zwei Bänden herausbrachte. Nur die Novelle Der Prinz von Madagaskar ist ausschliesslich für die Ausgabe verfasst. [...] Die Druckausgabe enthält neben den Texten und der editorischen Notiz mit den Nachweisen der Texteingriffe das Nachwort des Bandbearbeiters. Auf überzeugende Weise ordnet Vonhoff die Novellen in die zeitgenössische Skizzen-Literatur ein, eine nicht satirisch-moralisierende, sondern auf »physiologische« Erfassung sozialer Phänomene abgestellte Sittenmalerei, durch die G. »hinter der Oberfläche der Novellenmode tiefere analytische Einblicke« eröffnen will. Die dafür adäquate Ästhetik bildet das bei G. früh entwickelte Nebeneinander von divergentem Material, dessen »Correlation« (Gutzkow) einen sozialen Gesamthorizont eröffnet. Nicht nur dem Forscher sei dringend empfohlen, neben den im Druck und im Netz identischen Novellentexten die nur in der digitalen Version verfügbaren Kommentare zur Kenntnis zu nehmen. Auch in diesem Band überzeugt die philologisch solide und theoretisch anregende Verschränkung von Globalkommentar und Einzelstellenerläuterungen.

 

2018
Germanistik, Bd. 59, Heft 3-4, 2018:

[Besprechung von Autobiographische Schriften, Bd. 3, Kleine autobiographische Schriften und Memorabilien, hg. von Wolfgang Rasch]
Von Patrick Fortmann

Karl Gutzkow ist oft in die Fußnoten der Literaturgeschichte abgeschoben worden. »Sein Name wird bleiben, aber von seinen Werken nichts«, hatte Theodor Fontane zum Nachleben dieses umtriebigen Autors der Vor- und Nachmärzzeit gemutmaßt. Die düstere Prognose wird seit einigen Jahren von der kritischen Ausgabe seiner Werke widerlegt [...]. Der vorliegende Band versammelt eine Vielzahl von kleineren, im weiteren Sinn biografischen Schriften. Im lockeren Konversationston erinnert sich G. an Lehrer (darunter Hegel und Schleiermacher sowie die Gründungsväter der Germanistik Lachmann und von der Hagen), Weggefährten und Kontrahenten (allen voran Wolfgang Menzel). Dazu kommen Schilderungen von gelegentlichen Begegnungen mit Personen des öffentlichen Lebens wie Fürst Metternich und David Friedrich Strauß sowie Einlassungen zu den selten spannungsfreien Beziehungen zu zeitgenössischen Schriftstellern wie Heine, Hebbel, Immermann und den Eheleuten Varnhagen von Ense. Die beeindruckende Zahl der behandelten Personen, die oft mit wenigen Strichen treffend charakterisiert werden, dokumentiert nicht nur G.s weitgespanntes Netzwerk, sondern erlaubt seltene Einblicke in den Literaturbetrieb zur Mitte des 19. Jahrhunderts. So ergänzt der präzise kommentierte Band sowohl die eingehenderen Lebensbeschreibungen des Autors als auch die bekanntere Sammlung Öffentliche Charaktere.

 

 

Gutzkows Werke und Briefe. Kommentierte digitale Gesamtausgabe, herausgegeben vom Editionsprojekt Karl Gutzkow, 1999ff.
© Editionsprojekt Karl Gutzkow, 2000. / Not to be published in any form without the author's prior permission. / Layout Judith Näther & Juliane Schaefer.

Autor der Seite: Gert Vonhoff.
Seite angelegt am 3.2.2002.
Fassung: 1.1.
Geschichte der Seitenänderungen: Fassung 1.0 vom 4.2.2002 (FAZ 1.2.2002).
Letzte Änderung: 08.03.2003 13:27 .

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