CARL BERENDT LORCK (1814-1905), Leipziger Buchhändler und Verleger, Mitbegründer der Leipziger "Illustrirten Zeitung", Förderer des Buchgewerbes und der Einbandkunst, wichtiger Vermittler im deutsch-skandinavischen Literaturaustausch.

Allgemeines

Als Carl Berendt Lorck am 25. Oktober 1905 im Alter von 91 Jahren als angesehene Verlegerpersönlichkeit in seiner Wahlheimatstadt Leipzig starb, endete das Leben eines Mannes, der materiell abgesichert war, immer wieder Denkanstöße gegeben, neue Herausforderungen gesucht und schließlich eine zentrale Rolle nicht nur im deutschen Buchgewerbe der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gespielt hatte. Sein Verlagsunternehmen profilierte sich seit der Mitte des 19. Jahrhunderts im internationalen Verlagsgeschäft, insbesondere auf dem skandinavischen Buchmarkt.

C. B. Lorck wurde am 29. August 1814 in Kopenhagen geboren. Sein Großvater Lorenz Hansen Lorck (1743-1805) lebte als Kaufmann und dänischer Konsul in Memel, sein Vater Lorenz Lorck (1781-1820) fuhr als Offizier der dänischen Marine zur See. 1805 heiratete er Marianne Elisabeth Bech (1785-1822). Beide Eltern starben früh, und Lorck wuchs bei seiner Großmutter mütterlicherseits auf. Sie ermöglichte ihm eine angemessene Ausbildung. Zugleich entwickelte sich bei Entdeckungen auf einem Speicher der Familie, wo ältere Bücher lagerten, und auf Auktionen die Bücherliebe des jungen Lorck. Bald schon dachte er daran, aus dieser Neigung einen Beruf zu machen. Nach Schulabschluss 1833 machte er zunächst eine Setzerlehre in der größten Druckerei in Kopenhagen, bei Bianco Luno. Sein Ziel war es, später Buchhändler zu werden.

1836 beendete Lorck die Ausbildung bei Luno und ging als Gehilfe nach Leipzig. Dort arbeitete er zunächst bei Breitkopf & Härtel, anschließend als Buchhandelsvolontär im 1834 gegründeten Verlag von Johann Jakob Weber. Seine Wanderjahre endeten schon im August 1837 – nicht mit der Rückkehr nach Kopenhagen, sondern mit der Übernahme der vakant gewordenen Teilhaberschaft bei J. J. Weber. 10.000 Reichstaler mussten dazu aufgebracht werden, was Lorck aber offenbar keine Schwierigkeiten bereitete. Das Kapital erwies sich schon bald als gut angelegt, denn die Firma entwickelte sich nach Lorcks Eintritt günstiger als zuvor. Zu seinem Aufgabenbereich gehörte die Betreuung des Herstellungsbereichs der "Illustrirten Zeitung"; (Lexikon: Illustrierte Periodika) u. a. pflegte Lorck das internationale Netz mit den Illustratoren. Mit den Jahren kamen allerdings die charakterlichen Unterschiede zwischen den Verlegerpersönlichkeiten Lorck und Weber stärker zum Vorschein. Webers Bodenständigkeit, Idealismus und Dominanz müssen den Vorstellungen des Weltmannes Lorck nicht immer entsprochen haben, also löste man die Geschäftsbeziehung 1845 ohne Streit auf. Weber erhielt überwiegend die Zeitungen und Almanache, darunter die bedeutende "Illustrirte Zeitung". Lorck übernahm die meisten Buchtitel als Grundstock seines nunmehr eigenen Verlages, u. a. das umfassende Programm an illustrierten Verlagswerken.

In Leipzig herrschte in den 1830er Jahren ein politisch liberales Klima und damit eine wenig restriktive Pressepolitik. Diese Liberalität, unterstützt durch die Vorzüge Leipzigs als Messe- und Handelsstadt mit ausgezeichneten Verkehrsanbindungen, förderten eine Konzentration des deutschen Verlagswesens in Sachsen. Progressive Verleger, unter ihnen auch Otto Wigand, wählten Leipzig deshalb zu ihrem Wirkungsort. Das rege Literaturleben zog viele Literaten und Publizisten des In- und Auslands an, die hier gute Bedingungen für die Veröffentlichung ihrer Schriften fanden. Die neue Verfassung von 1831 garantierte außerdem eine weitgehende Freiheit von Presse und Buchhandel (Lexikon: Zensur). Doch Sachsen stand unter massivem außenpolitischen Druck seiner reaktionären Nachbarstaaten Preußen und Österreich. Seit den 1840er Jahren verstärkten diese ihre Einflussnahmen auf das Leipziger Verlagswesen und versuchten zunehmend, in die sächsische Literaturpolitik einzugreifen. So denunzierte die preußische Regierung z. B. noch vor Erscheinen von Adolf Glaßbrenners "Neuem Reineke Fuchs" (Leipzig 1846) dieses Buch als gefährlich und verlangte von den Leipziger Behörden eine umgehende Konfiskation der Auflage. Doch dem Verleger Lorck wurde dieses preußische Ansinnen über einen seiner zahlreichen Kontaktmänner bekannt und er beschleunigte daher die Auslieferung des Buches an auswärtige Buchhandlungen. Mit diesem Schachzug war es ihm gelungen, sich eines Großteils der Exemplare zu entledigen, bevor die Leipziger Behörden eine Ladendurchsuchung vornahmen. (Schmidt [1902-08], S. 638) Das politische Klima in Sachsen verschärfte sich seit Mitte der vierziger Jahre. 1845 hatte das Militär ein Blutbad angerichtet, als Demonstranten in Leipzig gegen Prinz Johann, den Vertreter der klerikal-fürstlichen Reaktion in Sachsen, protestierten. Diese Ereignisse führten zu einer Radikalisierung des politischen Lebens in der Stadt.

Lorcks geschäftliche Selbstständigkeit fiel übrigens mit dem Erwerb der sächsischen Bürgerschaft zusammen. 1842 hatte er die Leipziger Hoteliertochter Ida Henriette Plätzer (1819-1889) geheiratet. Aus dieser Ehe gingen die Kinder Therese Henriette (1843-1925), Lorenz (1846-1847) und Paul Eduard Lorenz (1849-1920) hervor. Leipzig war damit endgültig zu Lorcks Wahlheimat geworden. Dennoch verlor er nie die Bindung zum skandinavischen Raum, insbesondere zu Dänemark, eine Affinität, die auch verlegerisch zum Ausdruck kam.

Lorck als Verleger skandinavischer Literatur

Lorck engagierte sich zu einem bemerkenswert frühen Zeitpunkt für den skandinavisch-deutschen Literaturtransfer und profilierte sich als deutscher Verleger des dänischen Dichters Hans Christian Andersen. Andersen hatte schon seit Ende der dreißiger Jahre auf seinen zahlreichen Europareisen in der preußischen Hauptstadt wichtige Kontakte im Literatur- und Kulturbetrieb geknüpft. An seinem Gesamtwerk hatte – neben den Verlegern Vieweg, Brockhaus und J.J. Weber – auch Lorck großes Interesse. Eine weitere Europareise im Jahr 1844 führte Andersen nach Leipzig zu Carl Berendt Lorck, den er bereits in Kopenhagen kennen gelernt hatte. Andersen überlegte zwar noch einen Vertragsabschluss mit Breitkopf & Härtel, doch im Januar 1846 schien die Entscheidung zugunsten von Lorck gefallen. Seit diesem Zeitpunkt war Lorck über Jahre hinweg einziger Verleger des dänischen Erfolgsautors in Deutschland, eine Beziehung, die bis 1855 Bestand hatte. In diesem Zeitraum erschienen Andersens "Gesammelte Werke" (Leipzig 1847-1855, fortgesetzt bis 1872). Neben der Betreuung der Gesamtausgabe gab Lorck in kürzeren Abständen kleinere Textbände von Andersen in Einzelausgaben heraus, eine zu dieser Zeit bewährte Werbemaßnahme, um das Interesse am Gesamtwerk wach zu halten.

Einen weiteren Schaffensschwerpunkt legte Lorck auf den Vertrieb skandinavischer Literatur im deutschsprachigen Raum. Eigens für dieses Vorhaben gründete er 1852 eine Kommissions- und Sortimentsbuchhandlung, die den Debit skandinavischer Literatur in Deutschland erstmals auf professionelle Grundlagen stellte. Ein Geschäftsrundschreiben vom 2. Januar 1852 informierte die literarische Öffentlichkeit über diesen Schritt: "Hierdurch mache ich Ihnen die ergebenste Anzeige, dass ich nach Uebereinkunft mit einer Anzahl der bedeutendsten Verleger Dänemarks, Norwegens, Schwedens und Finnlands von heute ab ihren Verlag für den deutschen Buchhandel debitiren werde. Sowohl ein grösseres Lager hier am Platze als auch regelmässige Verbindungen setzen mich in den Stand, alle im skandinavischen Norden erschienene Bücher, Zeitschriften, Karten, Kupfer etc. möglichst schnell und billig zu liefern, und ersuche ich demnach die geehrten Handlungen, sich vorkommenden Falls mit Ihren Aufträgen an mich zu wenden". (Geschäftsrundschreiben, Leipzig, 2. Januar 1852; Link: Bildarchiv) Lorck sollte die Kommissions- und Sortimentsbuchhandlung sieben Jahre führen. Er gehörte damit zweifelsohne zu den wichtigen Vermittlern skandinavischer Literatur in Deutschland. Schon kurze Zeit später, 1856, wurde er dänischer Generalkonsul in Leipzig. In dieser Eigenschaft konnte er vor allem im preußisch/österreichisch-dänischen Krieg von 1864 vielen ehemaligen Landsleuten helfen und der starken antidänischen Stimmung, die damals in Deutschland aufkam, entgegenwirken.

Belletristische Reihen und "Europa"

Lorcks Aktivitäten auf dem Gebiet der Förderung skandinavischer Literatur zeitigten aus wirtschaftlicher Sicht zwar keine großen Erfolge; doch dem Verleger gelang innerhalb des Verlags eine geschickte Querfinanzierung. So schuf sich Lorck – wie viele andere Verleger seiner Zeit auch – auf dem Sektor der belletristischen Buchreihen, u. a. zu dieser Zeit sehr populären Eisenbahn- und Hausbibliotheken, ein weiteres wirtschaftliches Standbein. Seit 1852 erschien die "Historische Hausbibliothek", herausgegeben von Friedrich Bülau (Leipzig 1847-59) mit Lebensbeschreibungen historischer Persönlichkeiten sowie Neuauflagen der zahlreichen Abhandlungen über die Revolutionen Europas, u. a. die populäre "Geschichte der französischen Revolution (1789-1815)" von François Auguste Marie Alexis Miguet (Historische Hausbibliothek. Bd. 9. Leipzig 1848). 1855 erweiterte Lorck sein Reihenprogramm um die "Bibliothek der Gegenwart", u.a. mit Berichten über den Krimkrieg, verfasst von dem Korrespondenten der "Times", William Russell (Leipzig 1855-56).

Rentabel waren diese Buchreihen, die gemeinhin Übersetzungen, Nachdrucke oder Bearbeitungen bereits erschienener Werke des In- und Auslands anboten, vor allem deshalb, weil diese Werke in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts urheberrechtlich nicht geschützt waren und die Verleger keine Honorare an die Originalautoren zahlen mussten. Doch neue Gesetzesinitiativen in den 1840er Jahren in Sachsen zum Schutz der Autoren machten dieses Geschäft immer unattraktiver. (Link Internationales Autorenrecht) Auch Lorcks Unternehmungen auf dem Sektor der belletristischen Buchreihen erlitten aus diesem Grund Ende der sechziger Jahre erhebliche finanzielle Verluste. Die Veränderungen der Gesetzgebung erschwerten die den Nachdruck der gerade in Deutschland viel gelesenen Übersetzungen ausländischer Werke, die als Bestseller einer jeden Haus- und Reisebibliothek galten.

Vor dem Hintergrund dieser wirtschaftlich zunehmend schwierigen Situation fasste Lorck den Entschluss, seine Tätigkeit als Verleger stark zu reduzieren. Seit 1856 gab er die meisten Verlagsartikel – mit Ausnahme der Reihe "Lorck’s Eisenbahnbücher" – sowie alle Kommissionsartikel an den Verlag C. F. Wiedemann in Leipzig ab. Selbst die Rechte an Andersens Werken überschrieb Lorck an seinen Leipziger Kollegen. Er machte seinen langjährigen Verlagsautor allerdings mit Wiedemann persönlich bekannt und begleitete ihn auch später noch zu Besuchen.

1857 entschied sich Lorck für die Übernahme der 1835 in Stuttgart von August Lewald gegründeten "Europa". Lorck gelang es, die Zeitschrift, die inzwischen mit ihren Abonnentenzahlen stark eingebrochen war, innerhalb kurzer Zeit wieder im Literaturbetrieb zu etablieren und einen beachtlichen Zugewinn an Abonnenten zu verzeichnen. Als die "Europa" mit dem endgültigen Verkauf des Verlags 1867 an den Leipziger Verleger Ernst Keil überging, konnte die Zeitschrift inzwischen wieder auf 1.200 Abonnenten verweisen (Schmidt [1902-08], S. 638).

Lorcks Bedeutung für den Buchdruck

1856 hatte Lorck – stets auf der Suche nach neuen Herausforderungen – die Druckerei und Schriftgießerei Friedrich Nies in Leipzig erworben. Nies war politischer Parteigänger von Lorck; bereits 1841 war er wegen des Drucks der Schrift "Vier Fragen, beantwortet von einem Ostpreußen" von Johann Jacoby (Mannheim: Hoff, 1841) vom Kriminalgericht in Leipzig zu sechs Wochen Gefängnis verurteilt worden. Doch die wirtschaftliche Bedeutung seines Unternehmens wurde selbst von den Behörden als so hoch eingeschätzt, dass die Haft einmal pro Woche für zwei Tage ausgesetzt wurde, damit sich Nies um den Fortgang seiner Geschäfte kümmern konnte. (Westerkamp [1999], S. 116) Die Schriftgießerei verfügte über ein großes Sortiment an Schriften, auch an orientalischen Schrifttypen. Mit Übernahme des Betriebs reorganisierte und modernisierte Lorck das Unternehmen. Offenbar konzentrierte er sich in den anschließenden Jahren immer mehr auf diese neue Aufgabe und gab nach und nach die anderen Geschäftsbereiche auf. Als er im Jahr 1859 sein skandinavisches Sortimentsgeschäft an Alphons Dürr verkaufte, endete seine Ära als Buchhändler (Link: Bildarchiv). Als Drucker profilierte sich Lorck jetzt mit seinen perfekten Drucken in zahlreichen Schriften und erwarb sich zunehmend internationales Renommee auf diesem Gebiet. So präsentierte der Verlag seine Druckwerke u. a. auf der Pariser Weltausstellung und gewann sogar eine Silbermedaille. Doch auf dem Höhepunkt seines Erfolgs verkaufte Lorck 1868 wiederum sein Unternehmen, diesmal an den Leipziger Drucker Wilhelm E. Drugulin, und wandte sich neuen Interessen zu. Aufgrund seines immensen Erfahrungshorizontes als Buchhändler, Verleger, Drucker und Schriftgießer wie auch seiner ästhetischen und kulturellen Bildung sah Lorck seine neue Aufgabe fortan in einer grundsätzlichen Erneuerung des Buchgewerbes, und dies zu einem Zeitpunkt, als der Niedergang der Typografie vor dem Hintergrund der industriellen Produktion zunehmend beklagt wurde.

Während der Engländer William Morris mit handwerklicher Arbeit und in Anlehnung an mittelalterliche Formen versuchte, eine neue Buchkunst einzuführen, gehörte Lorck zu den Reformern, die eine Qualitätsverbesserung innerhalb der industriellen Buchherstellung anstrebten. Was er in seiner Druckerei bereits praktiziert hatte, nämlich die Herstellung vorbildlicher Druckwerke, popularisierte er nun durch seine theoretischen und didaktischen Reformschriften. Seit 1868 verfasste er zahlreiche Fachartikel und wirkte am organisatorischen Zusammenschluss der deutschen Buchgewerbler mit. Er gab seit 1869 die Zeitschrift "Annalen der Typographie" heraus und rief in einer der ersten Nummern zur Gründung eines allgemeinen deutschen Buchdruckervereins auf. Sein Programm fand breite Zustimmung, der Verein wurde gegründet und Lorck zum Geschäftsführer ernannt. 1875 legte er dieses Amt schließlich nieder; die "Annalen der Typographie" bestanden noch bis 1877. Als amtlicher Berichterstatter der Gruppe Buchgewerbe und als Jurymitglied nahm Lorck an der Wiener Weltausstellung 1873 teil; 1875 wurde er auch zur Weltausstellung nach Philadelphia entsandt. Aber er engagierte sich auch auf regionaler Ebene. So begleitete Lorck die buchgewerbliche Ausstellung auf der Sächsisch-Thüringischen Gewerbeausstellung von 1879 mit seiner geschichtlichen Schrift "Die Druckkunst und der Buchhandel in Leipzig durch vier Jahrhunderte" (Leipzig 1879) und einem Ausstellungsbericht "Der Buchhandel und die graphischen Künste auf der Kunstgewerbe-Ausstellung zu Leipzig im Jahre 1879" (Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel 46, 1879). Daneben fand Lorck noch Zeit, verschiedene Bücher, darunter die "Geschichte des Vereins der Buchhändler zu Leipzig während der ersten fünfzig Jahre seines Bestehens 1833-82" (1883) und sein opus magnum, das "Handbuch der Buchdruckerkunst" (1882-1883), zum Druck zu bringen. Ende der siebziger Jahre verstärkte Lorck sein Engagement auf dem Sektor des Kunstgewerbes. Im Jahre 1877 übernahm er die Leipziger Niederlassung der Kunsthandlung von Gustav W. Seitz. Unter seiner Leitung entwickelte sich ein bedeutendes Geschäft mit plastischer Kunst und Kunsthandwerk, das es ihm ermöglichte, seinen Geschmack und seine ästhetischen Prinzipien auch auf diese Weise zu verbreiten. Lorck betrieb diese Kunsthandlung noch bis Ostern 1888 und verkaufte sie dann an den Leipziger Kunsthändler Carl Julius Oehlmann.

Lorcks praktische Tätigkeit und seine theoretische Auseinandersetzung mit der Buchherstellung führten schließlich zu seiner Denkschrift "Die Zukunft des Buchgewerbes in Leipzig" (1884). Hier schlug er zur Hebung des Niveaus der graphischen Künste unter anderem vor, ein vorbildhaftes Buchgewerbemuseum, eine Lehranstalt und eine Akademie für die geordnete Berufsausbildung im graphischen Gewerbe sowie einen Verein der Angehörigen des Buchgewerbes zu gründen. Lorck wurde damit zum Initiator des "Centralvereins für das gesamte Buchgewerbe", der noch im gleichen Jahr gegründet wurde, und des Buchgewerbemuseums, dessen erster Direktor er von 1884 bis 1887 war. Das Königreich Sachsen stellte – angeregt durch Lorcks Denkschrift – 400.000 Mark für den Ankauf der typenkundlich und druckhistorisch orientierten Büchersammlung des Dresdner Unternehmers Heinrich Klemm zur Verfügung, die als Grundstock des neuen Museums diente. Noch heute besteht das Museum (Deutsches Buch- und Schriftmuseum) als Abteilung Der Deutschen Bibliothek, Deutsche Bücherei Leipzig, fort. 1886 wurde die Lehranstalt für Buchdrucker in Leipzig wieder eröffnet, die eine dreijährige Ausbildung für Setzer und Drucker anbot. Von Lorck initiiert und betreut, entwickelte sich also ein reges buchgraphisches Ausstellungswesen nicht nur in Sachsen; er gestaltete die saisonalen Präsentationen im Buchgewerbehaus zu Leipzig, aber auch Sonderschauen auf den Welt- und Landesausstellungen und trug damit unermüdlich zur Verbreitung seiner Idee einer guten Buchgestaltung im Zeitalter der industriellen Großproduktion bei. Lorck erlebte es noch, dass die Königliche Kunstakademie und Kunstgewerbeschule in Leipzig als weiterführende Lehranstalt ab 1891 ihr Lehrprogramm fast vollständig auf die Vermittlung der künstlerischen Buchgestaltung umstellte. 1900, fünf Jahre vor seinem Tod, erhielt sie den offiziellen Namen "Königliche Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe", womit auch der letzte Punkt der Forderungen seiner Denkschrift erfüllt worden war. Nicht zuletzt mag man die 1914 eröffnete "Internationale Ausstellung für Buchgewerbe und Graphik" (BUGRA) als späten Höhepunkt des von Lorck so sehr geförderten Ausstellungswesens ansehen.

Carl Berendt Lorck steht durch sein herausragendes Engagement und seine vielfältigen Aktivitäten modellhaft für eine Unternehmerpersönlichkeit im 19. Jahrhundert, die wirtschaftlichen Gewinn und Berufserfahrung sowie das damit verbundene gesellschaftliche Ansehen für die Verwirklichung der Ideale durch Reformen einzusetzen wusste. Lorck war aber auch ein dezidiert politischer Verleger; der neue Lesebedürfnisse und Verkaufsformen zu nutzen verstand, z. B. durch die Herausgabe seiner Eisenbahnbibliothek. Allein die Entscheidung eines Verlegers, sein Verlagsprodukt hauptsächlich auf den Verkauf im Bahnhofsbuchhandel zu konzipieren, implizierte stets auch politisches Kalkül. Die permanente Abfahrt und Ankunft von Eisenbahnzügen, die hohe Fluktuation von Reisenden und die Anonymität des Reiseverkehrs prädestinierten die Bahnhöfe für den raschen Umschlag von politisch unerwünschtem und Norm verletzendem Lesestoff. Ein Blick auf die Verleger von Reiseserien bestätigt, dass gerade in der Entstehungsphase von Reiselektüre überwiegend diejenigen Verleger das neue Medium nutzten, die sich dem politischen Fortschritt verpflichtet hatten (Haug [2004]).

Gutzkow und Lorck

Gutzkows Dramenproduktion führte zu Beginn der 1840er Jahre zur Kontaktaufnahme mit den beiden Leipziger Verlegern J.J. Weber und Lorck, die die Drucklegung seiner Dramatischen Werke fortan betreuten. Gutzkow hatte Lorck zu einem Zeitpunkt kennen und schätzen gelernt, als dieser noch Teilhaber des Hauses J.J. Weber war. Hier erschien 1842 der erste Band der Dramatischen Werke.

Die Druckgeschichte von Gutzkows Dramen ist ausgesprochen komplex und kann in weiten Teilen nur auf der Grundlage des Briefwechsels zwischen Gutzkow und Lorck rekonstruiert werden. Im Nachlass Gutzkows befinden sich 33 Briefe von Gutzkow an Lorck und sieben Briefe von Lorck an seinen Autor aus dem Zeitraum von 1845 bis 1857. Der Briefwechsel dokumentiert die Rechtsunsicherheit im Bereich der Urhebergesetzgebung, der Schriftsteller in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ausgesetzt waren. Gutzkows unablässige Verhandlungen mit seinen Verlegern über Honorar, Auflagenhöhen, Buchgestaltung und Separatdrucke zeigen, dass die Verlagsverträge noch keine einheitlichen Standards aufweisen. (Link: Internationales Autorenrecht)

Eine Intensivierung der Beziehung zwischen Gutzkow und Lorck zeichnete sich im Sommer 1845 ab, als sich Lorck zur Aufgabe seiner Teilhaberschaft bei Weber und zur Gründung seines eigenen Verlags entschied. Gutzkow beschloss, weiterhin mit Lorck zusammen zu arbeiten, denn häufiger Wechsel der Verlagsfirmen kann dem Schriftsteller freilich nicht lieb sein. (Gutzkow an Lorck, 12. Juli 1845) Der Briefwechsel dokumentiert eine gleichermaßen freundschaftliche wie auch schwierige Autor-Verleger-Beziehung; schwierig vor allem deshalb, weil der Autor als vorzüglicher Kenner des Buchmarkts von Anbeginn an – und dieses blieb symptomatisch für alle zukünftigen Verlagsbeziehungen – auf originäre Verlegerentscheidungen Einfluss nahm. Zudem wurde der regelmäßige Austausch von permanenten Honorarforderungen Gutzkows flankiert, der sich nach der Trennung Lorcks von Weber einen neuen, für ihn attraktiveren Verlagsvertrag erhoffte. Die Mitteilung seines Verlegers im Sommer 1848 über den Absatz von 1.300 bis 1.400 Exemplaren des fünften Bandes der Dramatischen Werke nahm Gutzkow sogleich zum Anlass, ein höheres Honorar auszuhandeln. So beklagte er, sieben Jahre zuvor mit J. J. Weber einen wenig vorteilhaften Verlagsvertrag abgeschlossen zu haben. (Gutzkow an Lorck, 20. Juli 1848) Dennoch erwies sich Lorck im Verlauf der Betreuung seines schwierigen Autors stets als generös, praktizierte eine zuvorkommende Freiexemplarregelung und beschenkte Gutzkow und seine Frau mit Prachtwerken aus seinem Verlag; darunter die kostbare Werkausgabe H.C. Andersens.

Die Drucklegung der Dramatischen Werke beanspruchte einen langen Zeitraum; zwischen Erscheinen des ersten Bandes im April 1842 und dem des letzten – die Ausgabe wurde mit dem neunten Band abgebrochen – wechselten sie insgesamt dreimal den Verlag. Schwierigkeiten traten auch immer wieder auf, weil vormalige Verleger mit einer Neuauflage der Dramen bei Lorck nicht einverstanden waren. So musste Gutzkow den vierten Band stark überarbeiten, denn der verärgerte Campe in Hamburg erlaubte die Verwendung des 'Saul' nicht. (Gutzkow an Lorck, 18. September 1846)

Gegenstand andauernder Debatten war aber auch die Ausstattung der einzelnen Bände sowie die zusätzliche Herausgabe von zu dieser Zeit modischen, daher absatzstarken Miniaturausgaben. So erwartete Gutzkow eine ansprechende Gestaltung, weil im Einband Bücher besseren Eindruck machen, als lose. (Gutzkow an Lorck, 18. September 1846) Vor dem Hintergrund seiner Überlegungen, die Stellung in Dresden wegen der massiven Einsparungen am dortigen Theater aufzugeben, eine Entscheidung, die seine finanzielle Situation verschlechtern würde, fragte er sogleich nach, ob Lorck denn für eine lukrative Operation mit seinen Dramen zu gewinnen sei. Zum wiederholten Male versuchte Gutzkow seinen Verleger von der Attraktivität der Einzelausgaben zu überzeugen, nicht zuletzt deshalb, um die Erfolglosigkeit mancher seiner Stücke, insbesondere Liesli, auf deutschen Bühnen zu kompensieren: Ferner liegt mir Liesli sehr am Herzen. Je weniger Glück dies Drama auf der Bühne macht, desto mehr gefällt es vielleicht im Lesen. (Gutzkow an Lorck, 8. Juli 1849) Endlich – Mitte August desselben Jahres – gab Lorck dem Drängen seines Autors nach und bat diesen um entsprechende Gestaltungsvorschläge. Gutzkow kam dieser Aufforderung umgehend nach: Wir drucken also die Stücke jetzt einzeln | im Preise von 20 Groschen Cour: ja nicht theuer! | elegant ausgestattet, hübsche Lettern, kräftiges Papier, die Umschläge recht nett u gefällig. Das Format natürlich so wie bisher. (Gutzkow an Lorck, 15. August 1849)

Er forderte einen großzügigen Versand von Besprechungsexemplaren an Freunde und Herausgeber von Literaturjournalen. Verleger und Autor schwebte zudem vor, den vierten Band mit einem Porträt Gutzkows zu versehen, doch der Autor musste zunächst berichten: Mit meinem Porträt sieht es traurig aus. Dreimal hab’ ich mich in diesen Tagen von tüchtigen Malern zeichnen lassen und immer ist ein befremdendes, unrichtiges Gesicht herausgekommen. (Gutzkow an Lorck, 18. September 1846) Doch wenige Tage später konnte Gutzkow ein Porträt zur Verfügung stellen, und zwar ein recht gelungenes u für den Stahlstecher sauber vorgezeichnetes. Wollen Sie dies benutzen, so wird es die hässlichen u unwahren Physiognomien, die von mir existiren, endlich vertreiben. Dem vierten Bande würde gewiss dadurch noch ein erhöhtes Interesse gegeben. (Gutzkow an Lorck, 25. September 1846) Zugleich überlegte Gutzkow, dieses Porträt auch in der Leipziger "Allgemeinen Modezeitung" abdrucken zu lassen; denn: Es liegt mir daran, dass endlich einmal ein gutes Bild von mir erscheint. (Gutzkow an Lorck, 25. September 1846) Der Stahlstich von Weger nach Jules Lunteschütz zierte schließlich den sechsten Band der Dramen; allerdings erschien Gutzkows Porträt nicht in der "Allgemeinen Modezeitung".

Eine ausführliche Korrespondenz entwickelte sich anlässlich der Drucklegung des Trauerspiels Wullenweber, ein Stück, mit dem Gutzkow zu einem politisch brisanten Zeitpunkt an das im Vormärz populäre Genre des Reformationsdramas anknüpfte. Ende 1847 trat eran Lorck heran und bat ihn um den Druck einer begleitenden Schrift zu seinem Stück, dessen Uraufführung für den 1. Januar 1848 in Dresden geplant war. Intention der Broschüre war, die historische Figur des Jürgen Wullenweber dem Publikum im Vorfeld zu erläutern, denn selbst im Conversationslexikon findet man nichts über diesen Namen u doch liegt mir daran, dß das Publikum nicht erst durch mein Stück etwas vom W. erfährt, sondern sich schon vorher über ihn orientiren kann. (Gutzkow an Lorck, 27. November 1847) Lorck kam dem Wunsch seines Autors offenbar nach, denn bereits Anfang Dezember war die Schrift mit dem Titel Wullenweber und Marcus Meyer im Buchhandel erhältlich. (Gutzkow an Lorck, 1. Dezember 1847) Gutzkow äußerte zudem den Wunsch, das Stück im Rahmen des sechsten Bandes der Dramatischen Werke (Herbst 1848) herauszubringen; denn die Themen Dänemark und der Sund seien gegenwärtig politisch besonders aktuell und daher wesentliches Reizmittel. Er kündigte die Zusendung des Manuskripts binnen vierzehn Tagen an. (Gutzkow an Lorck, 11. Juli 1848)

Im Herbst des Jahres 1849 zeichnete sich mit Lorcks Entscheidung, seinen Verlag aufzugeben, eine Auflösung der langjährigen Beziehung ab, und Gutzkow betonte mehrfach, wie sehr er diesen Schritt bedauere: Noch immer hatt’ ich gehofft, Sie würden sich mit Br. so verständigen, dß wir ungetrennt u vereint blieben und nun reißen uns die Umstände auseinander. Wie ich Ihnen schon in Leipzig sagte, hab’ ich grade unsre Verbindung immer als eine erfreuliche, mich wahrhaft ermuthigende Anlehnung meines Schaffens u Wirkens angesehen. Nie hatten wir eine Differenz. Immer sind Sie meinen billigen Wünschen entgegengekommen oder haben wo ich etwas verlangte, was sich nicht bewerkstelligen ließ, mich über das Richtige so aufgeklärt, dß ich einverstanden war. Mir thuts schmerzlich leid, dß es so kommen musste. Sie haben Ihre Autoren, weil sie leichter zu übersehen waren, mit Liebe verwaltet. Wird es bei Brockhaus so sein, der mit Hunderten in Verbindung steht? (Gutzkow an Lorck, 10. November 1849)

Der Autor hielt nach seinem Wechsel zu Brockhaus weiterhin Kontakt zu Lorck, beklagte schon bald Brockhaus’ mangelnde Sorgfalt und Liebe für das Einzelne, da sein Verlagsunternehmen so groß sei, und suchte seinen ehemaligen Verleger für ein weiteres gemeinsames Buchprojekt zu gewinnen, ein Ansinnen, das Lorck seinem Autor allerdings abschlug. Im Oktober 1851 war Gutzkow an Lorck mit dem Wunsch herangetreten, dieser möge eine Neuauflage seines Romans Wally, die Zweiflerin herausbringen, bekanntlich ist das Buch sehr gesucht und wird in Auktionen u antiquarisch sehr theuer bezahlt. (Gutzkow an Lorck, 4. Oktober 1851) Mit Brockhaus wollte Gutzkow – ohne Gründe dafür anzugeben – nicht in Verhandlung treten und bei seinem vormaligen Verleger Löwenthal sorgte sich Gutzkow wegen möglicher lokaler Unannehmlichkeiten, die er ihm damit bereiten könne. Eine Neuauflage seiner Wally hielt Gutzkow zu diesem späten Zeitpunkt für politisch unbedenklich, zumal David Friedrich Strauss, Arnold Ruge und Ludwig Feuerbach sich inzwischen deutlich schärfer über das Christentum geäußert hätten: Ich dachte mir, ich stelle Ihnen einmal diesen Plan anheim. Die Wally wurde 1835 verboten, ich eingekerkert. Man sprach mich in der Hauptsache frei u strafte mich nur wegen unehrbietiger Ausdrücke über das Christenthum. Die alte Preßnoth nach dieser religiösen Richtung hin hat aufgehört. Was könnte mir in Sachsen geschehen, wenn ich das Buch in neuer Auflage drucken ließe? Eine Vorrede würde den Standpunkt angeben, aus dem ich diesen Roman jetzt ansehe. Mancherlei Milderung und Besserung würde im Text auch eintreten dürfen. Könnt ich da mehr befürchten, als eine Beschlagnahme? (Gutzkow an Lorck, 4. Oktober 1851) Mit dieser Einschätzung lag Gutzkow übrigens richtig; als Wally 1852 als dreizehnter Band der Gesammelten Werke in der Literarischen Anstalt unter dem Gesamttitel Vergangene Tage in überarbeiteter Fassung erschien, erneuerten Bayern und Preußen das Verbot und beschlagnahmten die Auflage.) Doch bereits wenige Tage später beschied Lorck die Idee abschlägig, erinnerte Gutzkow daran, dass er seinen Verlag endgültig aufgegeben habe und ihn zudem seine Aktivitäten auf dem deutsch-skandinavischen Buchmarkt zeitlich zu sehr einbänden. Mit der Aufgabe dieser Buchidee endeten die geschäftlichen Beziehungen.

Einzelpublikationen von Lorck

Die Herstellung von Druckwerken. Leipzig: Lorck, 1868. 2. Aufl. Leipzig: Lorck, 1868. 3. umgearb. u. verm. Aufl. Leipzig: Weber, 1879. 4. durchges. u. verm. Aufl. Leipzig: Weber, 1883.

Geschichte des Vereins der Buchhändler zu Leipzig während der ersten 50 Jahre seines Bestehens 1833-1882. Leipzig: Verein der Buchhändler, 1883.

Die Druckkunst und der Buchhandel in Leipzig durch vier Jahrhunderte. Leipzig: Weber, 1879.

Handbuch der Geschichte der Buchdruckerkunst. 2 Bde. Leipzig: Weber, 1882-83.

Die Zukunft des Buchgewerbes in Leipzig. Leipzig: Breitkopf & Härtel, 1884.

Die Bildungs-Anstalten für das gesamte Buchgewerbe in Leipzig. Grundrisse zu deren Ausführung. Leipzig: Breitkopf & Härtel, 1885.

Die buchgewerbliche Ausstellung im Deutschen Buchhändlerhause zu Leipzig, eröffnet am Sonntag Cantate 1890. Leipzig: Ramm & Seemann, 1890.

Das Deutsche Buchgewerbe-Museum im Buchhändlerhause zu Leipzig. Gegenwart und Zukunft. Leipzig: Breitkopf & Härtel, 1890.

Die buchgewerbliche Jahres-Ausstellung im Deutschen Buchhändlerhause zu Leipzig. Leipzig: Breitkopf & Härtel, 1891.

Das Buchgewerbehaus in Leipzig. Denkschrift. Leipzig: Breitkopf & Härtel, 1896.

Die buchgewerbliche Ausstellung in Leipzig 1897. Denkschreiben. Leipzig: Breitkopf & Härtel, 1896.

Zeitschriftenartikel von Lorck

Die graphischen Künste auf der Ausstellung zu Wien. In: Amtlicher Bericht über die Wiener Weltausstellung im Jahre 1873. Braunschweig. Bd. 1, 1874, H. 6.

Der Buchhandel und die graphischen Künste auf der Kunstgewerbe-Ausstellung zu Leipzig im Jahre 1879. In: Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel. Leipzig. Jg. 46, 1879.

Johann Jakob Weber. In: Illustrirte Zeitung. Leipzig. Jg. 74, 1880, Nr. 1917, S. 246-247.

Etwas über die Holzschneidekunst. In: Die Gartenlaube. Leipzig. Nr. 41, 1888, S. 688-691; Nr. 42, S. 704-707.

Phantasien im Leipziger Ausstellungslocal. Sonntag Cantate 1883. In: Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel. Leipzig. Jg. 50, 1883, Nr. 114, S. 2194-2197; Nr. 116, S. 2233-2237; Nr. 122, S. 2346-2349; Nr. 128, S. 2457-2461; Nr. 138, S. 2651-2653.

Erfinders Erdenwallen. In: Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel. Leipzig. Jg. 50, 1883, Nr. 176, S. 3274-3276; Nr. 180, S. 3346-3350; Nr. 182, S. 3377-3379; Nr. 186, S. 3456-3458.

Das deutsche Buchgewerbemuseum in Leipzig. In: Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel. Leipzig. Jg. 53, 1886, Nr. 21, S. 446-449; Nr. 27, S. 581-584; Nr. 31, S. 670-674; Nr. 33, S. 717-720.

Die Königlich Sächsische bibliographische Sammlung zu dem Buchgewerbe-Museum zu Leipzig. In: Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel. Leipzig. Jg. 53, 1886, Nr. 223, S. 5254-5258.

Beiträge aus Berlin für das Deutsche Buchgewerbemuseum in Leipzig. In: Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel. Leipzig. Jg. 53, 1886, Nr. 255, S. 6142-6143.

Eine Bibelausstellung des Deutschen Buchgewerbe-Museums in Leipzig. In: Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel. Leipzig. Jg. 53, 1886, Nr. 231, S. 5462-5467.

Das 50jährige Jubiläum des Kopenhagener Buchhändlervereins. In: Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel. Leipzig. Jg. 54, 1887, Nr. 14, S. 318-321; Nr. 20, S. 443-446.

Buchgewerbliche Japan-Ausstellung in Leipzig. In: Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel. Leipzig. Jg. 54, 1887), Nr. 56, S. 1278-1281.

Die Druckkunst in Mainz. In: Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel. Leipzig. Jg. 54, 1887, Nr. 201, S. 4277-4281.

Der Gutenbergtag im Buchhändlerhause. In: Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel. Leipzig. Jg. 55, 1888, Nr. 146, S. 3236-3237.

Das Deutsche Buchgewerbe-Museum in Leipzig vom 1. Juli 1887-März 1888. In: Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel. Leipzig. Jg. 55, 1888, Nr. 82, S. 1795-1798.

Die deutschen Männer der Wissenschaft in Athen und Pergamon. In: Wissenschaftliche Beilage der Leipziger Zeitung. Leipzig. 1889, Nr. 60, S. 241-244.

Deutsches Buchgewerbe-Museum in Leipzig. Liste derjenigen Personen und Firmen, Korporationen und Vereine, welche den Bestand des Deutschen Buchgewerbe-Museums in Leipzig durch Gaben an Büchern und anderen Druck- und Kunstsachen, buchgewerblichen Seltenheiten, geschichtlichen Erinnerungen etc. förderten, in der Zeit vom 1. April 1888 bis Ende Dezember 1888. In: Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel. Leipzig. Jg. 56, 1889, Nr. 67, S. 1496-1498.

A. E. Nordenskiölds Faksimile-Atlas zur ältesten Geschichte der Kartographie. In: Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel. Leipzig. Jg. 56, 1889, Nr. 298, S. 6895-6897; Nr. 302, S. 6955-6957.

Buchgewerbliches aus Skandinavien. In: Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel. Leipzig. Jg. 57, 1890, Nr. 70, S. 1647-1648.

Der Nutzen der Ausstellung im Buchhändlerhause. In: Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel. Leipzig. Jg. 57, 1890, Nr. 90, S. 2141-2142.

Die Ausstellung zur Feier der vierhundertjährigen Einführung der Buchdruckerkunst in Kopenhagen. In: Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel. Leipzig. Jg. 58, 1891, Nr. 38, S. 959-960.

Die Jahresausstellung buchgewerblicher Neuigkeiten im Buchhändlerhause. Kantate-Messe 1892. In: Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel. Leipzig. Jg. 58, 1891, Nr. 89, S. 2269-2272.

Praktische Winke. Ein Rückblick auf die Jahresausstellung 1891 im Hinblick auf die Ausstellung 1892. In: Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel. Leipzig. Jg. 58, 1891, Nr. 189, S. 4675-4678.

Ein Glückauf der "Illustrirten" beim Betrachten der hundertsten Stufe von einem alten Jünger Gutenbergs. In: Illustrirte Zeitung. Leipzig. Jg. 100, 1893, Nr. 2584, S. 2-3.

Buchgewerbe. Die buchgewerbliche Kollektivausstellung des Deutschen Reiches. In: Amtlicher Bericht über die Weltausstellung in Chicago 1893. Berlin. 1893.

Die buchgewerbliche Kollektiv-Ausstellung des Deutschen Reiches, Chicago 1893. In: Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel. Leipzig. Jg. 60, 1893.

Bei Lorck erschienene Werke Gutzkows

Dramatische Werke. Bd. 1-3. 2., vermehrte [Bd. 1: und verbesserte] Auflage. Leipzig: Lorck, 1845 (Bd. 1), 1846 (Bd. 2 und 3).

Dramatische Werke. Bd. 4-6. Leipzig: Lorck, 1847 (Bd. 4 und 5), 1848 (Bd. 6).

Briefe

In der Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg Frankfurt am Main befinden sich im Nachlass Gutzkow 33 Briefe von Gutzkow an Lorck sowie 7 Briefe von Lorck an Gutzkow. Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg, Nachlass K. Gutzkow A 2 I/II (C.B. Lorck).

Biographie(n)

[Anon.]: C. B. Lorck. In: Börsenblatt für den deutschen Buchhandel. Leipzig. Jg. 61, 1894, Nr. 201, S. 5162-5168.

[Anon.]: Ein Nestor des deutschen Buchgewerbes. In: Archiv für Buchgewerbe. Leipzig. Bd. 41, 1904, Nr. 9, S. 333-334.

AleksanderFrøland: Carl Berend Lorck. In: Dansk biografisk leksikon. 3. Ausg., Bd. 9. København: Gyldendal, 1981. S. 110-112.

Hans Lülfing: Carl Berend Lorck. In: Neue deutsche Biographie. Bd. 15. Berlin: Duncker und Humblot, 1987. S. 165-166.

T. Nielsen: Lorck, Carl Berend. In: Lexikon des gesamten Buchwesens. 2. völlig neu bearb. Aufl. Bd. 4. Stuttgart: Hiersemann, 1995. S. 604.

Andreas Schierning: Die Chronik der Familie Lorck. Neumünster: Wachholtz, 1949.

Rudolf Schmidt: Lorck, C. B. In: Deutsche Buchhändler und Buchdrucker. Beiträge zu einer Firmengeschichte des deutschen Buchgewerbes. Bd. 4. Eberswalde: Rudolf Schmidt, 1902-08. S. 634-642.

Quellen

Gutzkow an Lorck, 12. Juli 1845.

Gutzkow an Lorck, 18. September 1846.

Gutzkow an Lorck, 25. September 1846.

Gutzkow an Lorck, 18. September 1846.

Gutzkow an Lorck, 25. September 1846.

Gutzkow an Lorck, 27. November 1847.

Gutzkow an Lorck, 1. Dezember 1847.

Gutzkow an Lorck, 20. Juli 1848.

Gutzkow an Lorck, 8. Juli 1849.

Gutzkow an Lorck, 15. August 1849.

Gutzkow an Lorck, 10. November 1849.

Gutzkow an Lorck, 4. Oktober 1851.

Rudolf Schmidt: Lorck, C. B. In: Deutsche Buchhändler und Buchdrucker. Beiträge zu einer Firmengeschichte des deutschen Buchgewerbes. Bd. 4. Eberswalde: Rudolf Schmidt, 1902-08. S. 634-642.

Dominik Westerkamp: Pressefreiheit und Zensur im Sachsen des Vormärz. Baden-Baden: Nomos, 1999.

Nachlass

Forschungsliteratur (Auswahl)

Heinz Barüske (Hg.): Aus Andersens Tagebüchern. Aus dem Dänischen übertragen von Heinz Barüske. 2 Bde. Frankfurt/M.: S. Fischer, 1980.

Heinz Barüske: Hans Christian Andersen in Berlin. Berlin: Bäßler, 1999.

Fritz Funke: Tradition und Gegenwartsaufgaben des Deutschen Buch- und Schriftmuseums. In: Neue Museumskunde. Berlin. Bd. 7, 1964, H. 4, S. 279-289.

Christine Haug: Die politische Dimension von Eisenbahnlektüre im 19. Jahrhundert. Albert Heinrich Hofmanns Humoristische Eisenbahn- und Reisebibliothek (1853-1896). In: Katrin Callsen, Regina Eickelkamp, Martin Jörg Schäfer, Christian Berkemeier (Hgg.): Von hier nach "Medium". Reisezeugnis und Mediendifferenz. Münster: Lit, 2004. S. 125-141.

Christine Haug: "Populäres auch populär vertreiben" - Karl Gutzkows Vorschläge zur Reform des Buchhandels und zur Beschleunigung des Buchabsatzes. Ein Beitrag zur Geschichte der Buchdistribution und Buchwerbung im 19. Jahrhundert. In: Gustav Frank/Detlev Kopp (Hgg.): Gutzkow lesen! Beiträge zur Internationalen Konferenz des Forum Vormärz Forschung vom 18. bis 20. September 2000 in Berlin. Bielefeld: Aisthesis, 2001. (Vormärz Studien VIII). S. 385-416.

Roger Jones: Gutzkows Dramen. Möglichkeiten und Grenzen der Innovation. In: Roger Jones/Martina Lauster (Hgg.): Karl Gutzkow. Liberalismus - Europäertum - Modernität, Bielefeld: Aisthesis, 2000. (Vormärz-Studien VI). S. 181-196.

Bernd Kortländer: "- was gut ist in der deutschen Literatur, das ist langweilig und das kurzweilige ist schlecht". Adaptionen französischer Lustspiele im Vormärz. Anmerkungen zu einem unübersichtlichen Thema. In: Maria Porrmann/Florian Vaßen (Hgg.): Theaterverhältnisse im Vormärz. Bielefeld: Aisthesis, 2002. (FVF Jahrbuch 2001). S. 197-211.

Lothar Poethe: Leipzig als "fast ein bibliopolisch-typographischer Freistaat" und die Anfänge eines buchgewerblichen Ausstellungswesens um 1880. In: Leipziger Jahrbuch zur Buchgeschichte. Leipzig. Bd. 2, 1992, S. 137-163.

Helma Schaefer: Die Wirksamkeit und Bedeutung Carl Berend Lorcks für das Buchgewerbe. In: Beiträge zur Geschichte des Buchwesens. Leipzig. Bd. 6, 1975, S. 91-138.

Dominik Westerkamp: Pressefreiheit und Zensur im Sachsen des Vormärz. Baden-Baden: Nomos, 1999.

Zitat- und Belegstellen

(Christine Haug, München / Bettina Rüdiger, Leipzig)

Gutzkows Werke und Briefe. Kommentierte digitale Gesamtausgabe, herausgegeben vom Editionsprojekt Karl Gutzkow, 1999ff.
© Editionsprojekt Karl Gutzkow, 2000. / Not to be published in any form without the author's prior permission. / Layout Judith Näther & Juliane Schaefer.

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