Gutzkows Werke und Briefe
Kommentierte digitale Gesamtausgabe
herausgegeben vom Editionsprojekt Karl Gutzkow, 1999ff
Gutzkow-Lexikon

ZENSUR, durch Kirche, Staat oder andere Herrschaftsgruppen institutionalisierte Kontrollmechanismen zur Steuerung oder Verhinderung gesellschaftlicher Kommunikation. Zensiert wurden vorwiegend Äußerungen in Medien durch Vor- und/oder Nachzensur, aber auch Selbstzensur. Sie diente der Durchsetzung oder Aufrechterhaltung der Werte und Normen jener Herrschaftsgruppen, in deren Auftrag die Zensurinstanz handelte. Im Vormärz wurden in erster Linie Werke der liberalen Opposition zensiert. Basis der Maßnahmen wurden 1819 die Karlsbader Beschlüsse, die verstärkt seit der Julirevolution 1830 und seit dem Hambacher Fest 1832 sowie dem Frankfurter Wachensturm 1833 durchgesetzt wurden. Im Dezember 1835 richtete sich ein Bundestagsbeschluss gegen sämtliche Schriften der Autoren des "Jungen Deutschland" (Karl Gutzkow, Heinrich Laube, Ludolf Wienbarg, Theodor Mundt und Heinrich Heine). 1842 wurde das Verbot wieder aufgehoben. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts zensierte man neben der politisch indizierten Literatur auch aufgrund sittlich-moralischer Wertvorstellungen Schriften und Theaterstücke, z. B. 1892 durch die "Lex Heinze". Archiv: Bildteil. Karikaturen.


Zitat- und Belegstellen

 

(Ute Schneider, Mainz / N.N.)

Gutzkows Werke und Briefe. Kommentierte digitale Gesamtausgabe, herausgegeben vom Editionsprojekt Karl Gutzkow, 1999ff.
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